14. Mai 2020

Ansatzpunkte für Corona-Medikamente von Frankfurter Forschern

Frankfurter Forscher haben mögliche Ansatzpunkte für Medikamente gegen Covid-19 identifiziert. Basis waren Abstriche zweier infizierter Rückkehrer aus Wuhan, die im Februar am Frankfurter Flughafen gelandet waren.1,2

Lesedauer: 1 Minute

Biochemiker und Virologen der Goethe-Universität und des Universitätsklinikums hatten anhand von Abstrichen zweier infizierter Rückkehrer aus Wuhan ein Zellkultur-Modell geschaffen und daran eine Reihe von Wirkstoffen getestet. Einige hatten nach Angaben der Forscher die Vermehrung des Virus im Labor verlangsamt oder gestoppt. Die Forschungserkenntnisse wurden am Donnerstag im Fachmagazin „Nature“ publiziert.

Besonders im Auge hatten die Wissenschaftler Wirkstoffe, die Bestandteile von bereits zugelassenen Medikamenten sind. „Im Wettlauf mit der Zeit kann unsere Arbeit einen wichtigen Beitrag dazu liefern, in welche Richtungen diese Suche die schnellsten Erfolge verspricht“, sagte einer der beteiligten Wissenschaftler.

Zu den Wirkstoffen, die in der Frankfurter Zellkultur die Virusvermehrung bremsten, zählten unter anderem 2-Deoxy-D-Glukose und Ribavirin, das gegen Hepatitis C eingesetzt wird. Es gebe aber auch „weitere potenziell interessante Kandidaten“. Ob die Mittel tatsächlich helfen können, werden aber erst klinische Studien zeigen.

Mit einem der in Frage kommenden Wirkstoffe bereite ein US-amerikanisches Unternehmen klinische Studien vor, hieß es in der Mitteilung. Einen anderen teste ein kanadisches Unternehmen bereits an Probanden.

1. Bojkova, D., Klann, K., Koch, B. et al. Proteomics of SARS-CoV-2-infected host cells reveals therapy targets. Nature (2020). https://doi.org/10.1038/s41586-020-2332-7.
2. dpa; 14.05.2020.
Titelbild: © Getty Images/appledesign

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