23. Juli 2019

Botox gegen Schmerzen bei Endometriose?

Frauen mit Endometriose leiden oft trotz chirurgischer und hormoneller Behandlung an starken Beckenbodenschmerzen. Eine offene Pilotstudie zeigte nun, dass die Schmerzen durch BotulinumtoxininA-Injektionen über einen Zeitraum von mehreren Monaten gelindert werden können. Die Studienergebnisse wurden nun im „British Medical Journal“ veröffentlicht.1

Lesedauer: 1 Minute

Erwünschte Schmerzlinderung durch Therapiestandards bleibt aus

An der Studie der Neurologin Barbara Karp und ihren Kollegen vom US-National Institut of Neurological Disorders and Stroke in Bethesda nahmen 13 Patientinnen teil, bei denen bereits extrauterines Endometriumgewebe chirurgisch entfernt worden war. Anschließend bekamen sie eine Hormontherapie. Die Schmerzen blieben trotz des chirurgischen Eingriffs und der Hormontherapie weiterhin bestehen. Die Studienteilnehmerinnen beurteilten diese mit median 5 von 10 cm auf einer visuellen Analogskala.

Verbesserung bei allen Probandinnen

Die Patientinnen bekamen 100 Einheiten BotulinumtoxinA injiziert. Vier bis acht Wochen nach der Behandlung haben alle Patientinnen von einer Verbesserung berichtet. Dabei waren 11 Studienteilnehmerinnen komplett schmerzfrei oder hatten nur leichte Schmerzen (median 2 von 10 cm auf der visuellen Analogskala).

Die Wirkung der BotulinumtoxinA-Injektion hielt bei 7 von 11 Studienteilnehmerinnen 5 bis 12 Monate an. Laut Karp werden die spastischen Muskelfasern mittels der Injektion temporär gelähmt, wodurch die Patientinnen deutlich weniger von den Schmerzen beeinträchtigt sind. Die aufgetretenen Nebenwirkungen waren, so Karp, mild und von vorübergehender Natur. Um eine Leitlinienempfehlung dieser Therapie zu erlangen, sind allerdings weitere klinische Studien notwendig.

  1. Tandon HK, Stratton P, Sinaii N, et. al. Botulinum toxin for chronic pelvic pain in women with endometriosis: a cohort study of a pain-focused treatment. BMJ Journals. Regional Anesthesia & Pain Medicine Published Online First: 08 July 2019

Bildquelle: ©GettyImages/MarianVejcik

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