01. September 2019

Endogener Tagesrhythmus ändert sich mit den Jahren

Der endogene Tagesrhythmus ändert sich mit dem Alter: Bei Senioren entspricht der Chronotyp oft wieder dem eines Kleinkindes. Durch verschiedene Maßnahmen kann der Tagesrhythmus jedoch wieder stabilisiert werden.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Bekanntlich unterscheidet man mehrere Chronotypen, die beiden Extreme werden bildhaft als Eulen (später Chronotyp) und Lerchen (früher Chronotyp) bezeichnet. Während unter Teenagern und frühen Zwanzigern der Eulentyp häufiger ist, verschiebt sich die Tendenz im Laufe des Lebens in Richtung Frühaufsteher. Im Rentenalter schließlich erreicht der Mensch hinsichtlich seines Chronotyps wieder den Zustand eines Kindes und selbst „Eulen“ werden wieder zu „Lerchen“, erklärt Dr. Henrik Oster vom Institut für Neurobiologie der Universität zu Lübeck. (Lesen Sie auch: Schlaf im Alter: Was ist normal?)

Niedriger Melatoninspiegel sorgt für senile Bettflucht

Eine Rolle könnte dabei ein im Alter gedämpfter Melatoninrhythmus spielen. Während der Melatoninspiegel von Kleinkindern noch Werte bis zu 150 pg/ml erreicht, kommen Senioren meist nur noch auf 30–40 pg/ml. Damit einher geht auch eine veränderte Schlafarchitektur. Mit zunehmendem Alter verkürzen sich die Abfolgen von Leicht- und Tiefschlafphasen, und nächtliche Wachphasen werden häufiger. Die Folge ist eine Fragmentierung des Schlafs. Wenn die Wachphasen gegen Ende der Nacht länger werden, kommt es zur sogenannten senilen Bettflucht. Eine Möglichkeit diesem Effekt entgegen zu wirken ist die Gabe von Melatonin und Melatoninrezeptor-Agonisten, deren Wirkung aber ersten nach einigen Tagen und Wochen einsetzt.

Lichttherapie, Training und Nahrungsrestriktion können Abbhilfe verschaffen

Auch durch eine Lichttherapie kann der Tagesrhythmus stabilisiert werden. Eine Behandlung am Abend mit hellem Licht mit hohem Blauanteil führt zu Verlangsamung der zentralen Uhr des Körpers und verschiebt den Chronotyp wieder nach hinten. Auch körperliches Training und eine Beschränkung der Nahrungsaufnahme auf 12 Stunden am Tag kann die Schlaf-Wach-Rhythmik stabilisieren.

1. Mit dem Alter verändert sich der endogene Tagesrhythmus. Medical Tribune. Strobel, Kathrin; 16.08.2019.

Titelbild: © Getty Images/rawpixel

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