09. Oktober 2019

Erhöhtes Risiko für Alzheimer-Demenz bei Migräne-Patienten

Das Demenz-Risiko bei älteren Menschen scheint deutlich erhöht zu sein, wenn anamnestisch eine Migräne vorliegt. Nach den Ergebnissen einer kanadischen Studie scheint das aber nur für die Alzheimer-Demenz der Fall zu sein. 1,2

Lesedauer: 1,5 Minuten

Für die prospektive Studie wurden die Daten von 679 Teilnehmern der Manitoba Study of Health and Aging (MSHA) analysiert, die zu Beginn kognitiv gesund waren und einen Fragebogen zu bestehenden Erkrankungen ausgefüllt hatten. Untersucht wurde, wie viele Teilnehmer mit und ohne Migräne bei einer kognitiven Untersuchung nach fünf Jahren eine Demenzdiagnose erhielten.

Insgesamt wurde bei 51 Teilnehmern (7,5 %) nach fünf Jahren eine Demenz diagnostiziert. Der Anteil von Migränepatienten war unter den späteren Demenzkranken doppelt so hoch wie unter den Teilnehmern mit normaler Kognition (20 % versus 10 %). Umgekehrt war die Inzidenz einer Demenz bei Migränebetroffenen doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe (14 % versus 7 %). Berücksichtigten die Forscher sämtliche bekannte Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen, verstärkte dies den Zusammenhang noch. Eine Migräne trat demnach dreimal häufiger in der Anamnese von Demenzkranken und viermal häufiger in der von Alzheimerpatienten auf, als in der von kognitiv gesunden Senioren.

Differenziert nach Demenztypen hatten nur Alzheimerpatienten signifikant gehäuft Migräne in der Vorgeschichte (24 vs. 10 % der kognitiv Gesunden), nicht aber Betroffene mit vaskulärer Demenz (17 %).

Die Fallzahl der Studie ist sehr klein. Außerdem beruhten die Angaben über das Vorliegen einer Migräne auf Selbstauskünften und die klinische Differenzierung zwischen vaskulärer und Alzheimer-Demenz steht auf wackligen Beinen. Die Ergebnisse geben jedoch einen Hinweis für künftige Forschungsvorhaben.

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