25. Juni 2020

Kann Covid-19 möglicherweise auch einen Diabetes auslösen?

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie wurde schnell klar, dass Diabetes ein wichtiger Risikofaktor für schwere Verläufe und Todesfälle ist. Immer mehr weist jetzt darauf hin, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu vermehrten Stoffwechselentgleisungen mit zum Teil tödlichen Ketoazidosen führen und möglicherweise auch einen Diabetes auslösen kann.1

Lesedauer: 1 Minute

Schon bei der ersten SARS-Epidemie in den Jahren 2003/2004 war aufgefallen, dass es bei vielen Patienten zu Verschlechterung der Blutzuckerwerte kam. Die Wissenschaftler führte dies damals u.a. auf eine Schädigung der Betazellen zurück, die auch das Protein ACE2 bilden, dass auch SARS-CoV-2 als Eintrittspforte in die Zelle nutzt.

Dies scheint auch bei Covid-19 der Fall zu sein. So berichten chinesische Forscher von einem jüngeren Patienten ohne entsprechende Risikofaktoren, der im Rahmen seiner Covid-19-Infektion einen insulinpflichtigen Diabetes entwickelte. Einem weiteren Forscherteam war aufgefallen, dass immerhin 6,4 % der hospitalisierten Covid-19-Patienten einen Anstieg der Ketonkörper oder eine Ketonurie als Zeichen eines Insulinmangels aufwiesen – nur bei jedem dritten dieser Patienten war bereits vorher ein Diabetes bekannt.

Die Ketose war mit einem besonders schweren Verlauf und erhöhter Sterblichkeit assoziiert. Ebenfalls gezeigt werden konnte in einer weiteren Studie, dass der Triglyzerid-Glukose-Index als Zeichen einer Insulinresistenz bei vielen Covid-19-Patienten deutlich ansteigt und der Anstieg mit einem erhöhten Sterberisiko einhergeht.

Um diesen Hinweisen nachzugehen, wurde jetzt von einem Team internationaler Diabetologen ein Patientenregister (CoviDIAB) eingerichtet. Geklärt werden soll hier u.a. die Häufigkeit von Ketoazidosen sowie Art und Verlauf des neu entstandenen Diabetes unter Covid-19.

  1. Studie: COVID-19 kann einen Diabetes auslösen; Deutsches Ärzteblatt

Bildquelle: © gettyImages/Alex Liew

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