23. Februar 2021

Covid-19

Corona-Schnelltests kommen später als erwartet

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigten allgemeinen Corona-Schnelltests kommen später als erwartet. Derweil breitet sich die britische Virusvariante hierzulande weiter aus.1

Lesedauer: 3 Minuten

Kritik & Enttäuschung wegen späterer Einführung der Corona-Schnelltests

An Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es Kritik, weil die für den 1. März angekündigten allgemeinen Schnelltests nun doch nicht so rasch kommen. Darüber soll nun erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts erklärte.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), hat enttäuscht darauf reagiert, dass die kostenlosen Massentests später kommen sollen als erwartet. „Es ist zum wiederholten Mal so, dass von Seiten des Bundesgesundheitsministers Dinge angekündigt wurden, die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen“, sagte Müller im ZDF-„Morgenmagazin“.

Auch FDP-Chef Christian Lindner bedauerte auf Twitter die Verschiebung. „Die Enttäuschung beim Impfstart darf sich nicht wiederholen.“ SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Gerade dort, wo Maßnahmen zurückgenommen werden, müssen Schnelltests zur Verfügung stehen.“ Spahn müsse jetzt dafür sorgen, dass dies zügig geschehe.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) dagegen hat die verzögerte Einführung von kostenlosen Corona-Schnelltests verteidigt. Die Bundesregierung wolle gemeinsam mit den Bundesländern „ein Konzept aus einem Guss“ entwickeln, um das Testen und die angepeilten Öffnungsschritte miteinander zu kombinieren, erklärte der Finanzminister am Dienstag in Berlin. Die Möglichkeit kostenloser Tests müsse in die Öffnungsstrategie eingebunden werden, die noch mit den Ministerpräsidenten erörtert werde.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen – etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken.

Labore: Corona-Mutante breitet sich aus – nun rund 30 Prozent Anteil

Unterdessen breitet sich die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.

Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme. In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp 6 auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

Von den rund 934 000 Labortests in der Woche vom 15. bis 21. Februar waren nach ALM-Daten 6,47 Prozent positiv, die Auslastung habe bei 50 Prozent gegen. Auf ansteckendere Virusvarianten wird davon allerdings nur ein Bruchteil untersucht. Die ALM-Auswertungen basieren auf Daten von rund 170 Laboren und stellen den Angaben nach rund 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich eine Absenkung der Hürden für einen PCR-Test angekündigt. Hintergrund sind die im Gegensatz zu Dezember wieder verfügbaren Testkapazitäten in den Laboren. Nun soll es demnach wieder möglich sein, dass jeder mit Symptomen eine PCR-Testung erhält, zuvor galt dies nur bei schwereren Anzeichen der Erkrankung. Auch die Durchführung von Corona-Schnelltests in vielen Bereichen führen dem Verband zufolge zur gesunkenen Auslastung der Labore.

1. dpa; 23.02.2021.
Titelbild: © Getty Images/sittitat tangwitthayaphum

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