04. Juni 2020

Trotz Lockerungen: Zahl der Neuinfektionen weiter niedrig

Seit Wochen genießen viele Menschen wieder immer mehr Freiheiten – in den gesamtdeutschen Corona-Infektionszahlen schlägt sich das bislang nicht negativ wieder. Göttingen und Bremerhaven allerdings kämpfen weiter gegen die Folgen eines lokalen Ausbruchs.1

Lesedauer: 2,5 Minuten

Mehrere Wochen nach Inkrafttreten der ersten Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter auf verhältnismäßig geringem Niveau. Zuletzt meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 394 Corona-Infektionen binnen eines Tages, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182 764 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 04.06. 0 Uhr).

Bremerhaven überschreitet Grenzwert

Bremerhaven hat am Donnerstag den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. Nach neuesten Laborergebnissen seien seit Mittwoch 27 Neuinfizierte mit Wohnsitz in Bremerhaven hinzugekommen, teilte der Magistrat mit. Davon stünden 26 im Zusammenhang mit einer freikirchlichen Gemeinde, in der sich damit insgesamt 96 Menschen infiziert haben. Von ihnen wohnen 59 in Bremerhaven. Auf die aktuellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen habe die Entwicklung zunächst keinen Einfluss, sagte ein Sprecher der Stadt.

Bisher gebe es keinen Hinweis für Infektionsketten außerhalb der Gemeinde und der betroffenen Familien. Ein großer Teil der positiven Corona-Befunde sei auf häusliche Kontakte zurückzuführen. Da in den Familien noch nicht alle Mitglieder getestet seien, sei auch weiterhin mit Corona-Befunden zu rechnen.

Göttingen kämpft mit Folgen eines lokalen Ausbruchs

In Göttingen wurden unterdessen weitere Lockerungen zurückgenommen, nachdem es in der niedersächsischen Stadt nach privaten Feiern zu einem lokalen Corona-Ausbruch gekommen war. Mannschafts- und Kontaktsport in Vereinen ist für vorerst zwei Wochen verboten, weil viele der aktuell Infizierten Mannschaftssport betreiben. Außerdem wird ein Schwimmbad geschlossen. Bereits am Dienstag hatte die Verwaltung die Schließung sämtlicher Schulen verfügt, weil sich unter den Infizierten auch viele Kinder und Jugendliche befinden.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8581 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 30. Etwa 167 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Reproduktionszahl weiter unter kritischer Marke

Die Reproduktionszahl liegt nach aktuellsten RKI-Angaben erneut unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,71 (Datenstand 3.6. 0 Uhr). Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,89 (Datenstand 2.6. 0 Uhr) gelegen.

Das RKI hatte erklärt, dass der R-Wert empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen reagiere, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. Insbesondere bei einer insgesamt kleineren Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 3.6. 0 Uhr) bei 0,83 (Vortag: 0,87). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

1. dpa; 04.06.2020.
Titelbild: © Getty Images/da-kuk.

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