22. Dezember 2020

EU-Kommission genehmigt Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer

Das Impfen in der Europäischen Union kann beginnen: In der EU ist der erste Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen worden. Die EU-Kommission erteilte dem Präparat des Mainzer Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer die bedingte Marktzulassung. 1

Lesedauer: 2 Minuten

Von der Leyen: „Heute fügen wir im Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu”

In den Ländern laufen die Impf-Vorbereitungen. Es ist der erste Impfstoff gegen das Coronavirus, der in der EU genutzt werden darf. Am Nachmittag hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA eine bedingte Marktzulassung empfohlen. Die EU-Kommission folgte dieser Empfehlung nun. Die EMA habe den Impfstoff sorgfältig geprüft, sagte von der Leyen in Brüssel. Diese Prüfung habe ergeben, dass das Vakzin sicher und wirksam gegen das Coronavirus sei. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits nach der EMA-Empfehlung von einem „Meilenstein in der Pandemiebekämpfung“ gesprochen. Impfen ebne den Weg aus der Krise. „Und wir tun alles dafür, diesen Weg so schnell wie möglich zu gehen.“

Deutschland: Erste Dosen werden diesen Sonntag gespritzt

Bis dahin soll das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Impfchargen prüfen und freigeben. Die erste Lieferung von Impfdosen von BioNTech soll am Samstag, den 26. Dezember, in Deutschland eintreffen.

Zunächst soll es für Deutschland rund 400.000 Dosen geben. Als erstes sollen die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden. Nach den klinischen Studien gibt BioNTech die Wirksamkeit des Impfstoffs mit 95 % an.

Im Januar könnten 3 bis 4 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen

Im ersten Quartal rechnet Spahn mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge für rund 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen reichen. Insgesamt hat sich der Bund über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen bisher mehr als 300 Millionen Dosen gesichert – von BioNTech und anderen Herstellern.

In anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien wird das Präparat von BioNTech/Pfizer bereits auf Grundlage einer Notfallzulassung genutzt. Voraussichtlich am 6. Januar will die EMA den Weg frei machen für die Zulassung des zweiten Impfstoffes, dem Präparat vom US-Konzern Moderna.

Impfstoff vermutlich auch gegen neue Coronavirus-Variante wirksam

EMA-Direktorin Emer Cooke sagte in Amsterdam: „Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung.“ Sie warnte jedoch davor, dass der Wendepunkt der Pandemie noch nicht erreicht sei. Die Behörde rechne aber damit, dass der Impfstoff auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Variante wirken könnte“, sagte die Direktorin. Darüber müssten aber noch mehr Informationen gesammelt werden.

  1. dpa, 21.12.2020

Bildquelle: © Getty Images / Rawf8

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