03. März 2020

Coronavirus und Schwangerschaft

Die Erkenntnisse zu SARS-CoV2-Infektionen ändern sich laufend. Auch in den Frauenarztpraxen schlägt sich die Unsicherheit von Patientinnen nieder. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V. und der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts geben eine Einschätzung für Schwangere auf Basis des aktuellen Wissenstands. 1,2

Lesedauer: 1 Minute

Eine Infektion mit SARS-CoV2 verläuft in den meisten Fällen leicht, in wenigen Fällen schwer. Tödliche Ausgänge betreffen vor allem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Allerdings sind auch Todesfälle bei jungen und vorher gesunden Menschen bekannt.

Bislang kaum Informationen über Verlauf bei Schwangeren

Ob die Infektion bei Schwangeren – ähnlich wie eine Influenza-Infektion – schwerer verlaufen kann als bei gleich alten, nicht schwangeren Frauen, darüber ist bisher (Stand 28.02.2020) nichts bekannt. Eine Übertragung des Virus während der Schwangerschaft auf das ungeborene Baby wurde bisher nicht beschrieben.

Laut einer Studie mit allerdings geringer Fallzahl (n=9) gibt es derzeit keine Hinweise für intrauterine Infektionen durch vertikale Übertragung von Müttern, die eine COVID-19-Pneumonie in der späten Schwangerschaft entwickeln, so der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts (Stand 02.03.2020). COVID-19-Infektionen bei Säuglingen sind beschrieben, scheinen jedoch weniger schwer zu verlaufen. 2

Schwangere sind idealerweise gegen Influenza geimpft

Idealerweise sind Schwangere gegen die Influenza geimpft, damit sie nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken können, betont der BVF e.V. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. 1

Schwangere sollten sich an dieselben Vorsichtsmaßnahmen halten, die das Robert-Koch-Institut auch als Schutz vor Grippe-Infektionen für die gesamte Bevölkerung empfiehlt. Dazu gehört in erster Linie häufiges, gründliches Händewaschen und der Verzicht auf Begrüßungen mit Handschlag.

Das Tragen eines Mundschutzes verhindert es nach aktuellen Erkenntnissen nicht, infiziert zu werden. Zur Frage, ob Großveranstaltungen gemieden werden sollen, sollten die Empfehlungen der regionalen Gesundheitsbehörden beachtet werden.

Es sollte ein Abstand von 1-2 Meter zu Erkrankten eingehalten werden. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass man selbst Überträger ist, sollte immer auf sogenannte „Hust- und Nies-Etikette“ geachtet werden.

Anmerkung des Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Die Erkenntnisse zu SARS-CoV2-Infektionen ändern sich laufend. Der Text stellt den aktuellen Wissensstand dar, Stand 28.02.2020. Quellen siehe Publikations-Datenbank der WHO

  1. Berufsverband der Frauenärzte e.V., 28.02.2020: Coronavirus und Schwangerschaft
  2. Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst, Stand 02.03.2020: Covid-19

Bild: © Getty Images/ArtistGNDphotography

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