15. Juni 2020

Bundesregierung stellt Corona-Warn-App vor

Die Bundesregierung, das Robert-Koch-Institut und die beteiligten Unternehmen stellen die Corona-Warn-App des Bundes an diesem Dienstagvormittag offiziell vor. Diskutiert wird unterdessen über die Freiwilligkeit der Anwendung.1

Lesedauer: 2 Minuten

In der am Montag von der Bundesregierung verbreiteten Einladung heißt es, an der Vorstellung um 10.30 Uhr am Dienstag würden von Regierungsseite Innenminister Horst Seehofer (CSU), Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU) sowie Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) teilnehmen.

Zudem sind demnach bei der Vorstellung auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges und SAP-Vorstandsmitglied Jürgen Müller dabei.

Die Antworten auf häufig stellte Fragen zur neuen Corona-Warn-App finden Sie in diesem Beitrag.

Am Sonntag war nach letzten erfolgreichen Tests die Entscheidung gefallen, die App am Dienstag vorzustellen und freizuschalten. Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark zunimmt. Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Diskussion um Freiwilligkeit

Die Menschen in Deutschland sollen auf keinen Fall dazu gezwungen werden, die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zu installieren und zu verwenden. Das hat Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in der Bundespressekonferenz betont. „Freiwillig heißt freiwillig“, sagte Seibert. Für die Bundesregierung bedeute Freiwilligkeit, dass durch die Nichtnutzung der App keinerlei Nachteile entstehen. „Und für uns gehört eigentlich dazu auch, dass man nicht belohnt wird“, sagte Seibert auf die Frage, ob Geschäfte oder Arbeitgeber die Nutzer einer App bevorzugen dürften.

Verbraucherzentralen hatten zuletzt darauf bestanden, dass die künftige Corona-Warn-App tatsächlich freiwillig bleibt. Zuvor hatten bereits die Grünen und die Linken im Bundestag ein Gesetz verlangt, um eine mögliche Diskriminierung auszuschließen. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagte: „Es darf nicht sein, dass Arbeitgeber, Restaurants oder staatliche Behörden die App-Nutzung als Zutrittsvoraussetzung definieren und damit die Freiwilligkeit schleichend zum Zwang machen.” Das Prinzip der Freiwilligkeit sei essenziell, müsse nun in der Praxis aber angewendet und auch kontrolliert werden.

Generell gehe die App in die richtige Richtung, sagte Müller. Die Entscheidung für eine dezentrale Datenverarbeitung erhöhe den Datenschutz und minimiere die Gefahr des Datenmissbrauchs. Covid-19 werde aber nicht per App verschwinden. „Politik und Gesellschaft sollten aus den App-Daten deshalb keine voreiligen Schlüsse zur Bewertung von Ausgangsbeschränkungen, Hygienemaßnahmen oder individuellen Gesundheitszuständen ziehen.“

1. dpa; 15.06.2020.
Titelbild: © picture alliance/dpa Stefan Jaitner.

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.

coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653