19. November 2020

Dieser Artikel wurde am 27.11.2020 aktualisiert

Biontech-Impfstoff: Konzern beziffert Wirksamkeit auf 95%

Die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs des Mainzer Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer liegt nach Angaben beider Unternehmen bei 95 Prozent und damit höher als bislang bekannt. Das Vakzin funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen, teilten die Firmen nach Abschluss letzter Analysen mit.1-6

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Die für eine Notfallzulassung in den USA notwendige Sicherheit des Impfstoffes BNT162b2 sei gewährleistet, hieß es weiter. In den USA hat Biontech zusammen mit seinem Partner Pfizer als weltweit erstes Unternehmen die Notfallzulassung eines Corona-Impfstoffes beantragt.

Konzern spricht von guter Verträglichkeit

Der Impfstoff wird zweimal im Abstand von drei Wochen verabreicht. In der Altersgruppe der Über-65-Jährigen wurde sieben Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 94 Prozent ermittelt. Der Impfstoff sei von den Teilnehmern der weltweiten Studie gut vertragen worden, ernste Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden. 3,8 Prozent der Probanden hätten von Müdigkeit und 2,0 Prozent von Kopfschmerzen berichtet, hieß es. Basis dafür sind Angaben von mindestens 8000 zufällig ausgewählten Teilnehmern.

Bei der immer noch in zahlreichen Ländern laufenden Studie erhält eine Hälfte der insgesamt 43 000 Teilnehmer den Impfstoff, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel.

Bislang erkrankten den Angaben zufolge insgesamt 170 Teilnehmer an Covid-19. Davon entfielen nur 8 Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 162 Fälle wurden in der Placebo-Gruppe diagnostiziert. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. Dem Bericht zufolge gab es unter allen Covid-19-Erkrankungen zehn schwere Verläufe – neun in der Kontroll- und einen in der Impfgruppe.

Nur erste Signale, aber noch keine genauen Daten

Prof. Dr. Marylyn Addo, Leiterin der Sektion Infektiologie am Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), warnt vor zu schnellen Schlussfolgerungen: „Das sind interessante erste Signale, die allerdings nur in einer Pressemitteilung mitgeteilt werden. Es stehen noch keine Primärdaten zur Verfügung und eine Peer-Review-Publikation steht noch aus. Die exakten Daten müssen wir zur abschließenden Einschätzung noch abwarten. Derzeit gibt es noch wenige Details über die genauen Daten, zum Beispiel bezüglich verschiedener Altersgruppen und in welchen Gruppen die Krankheitsfälle genau aufgetreten sind.“ 4

Ein halbes Prozent wirksamer als das Konkurrenzprodukt

Das Präparat von Pfizer und Biontech ist wie das von Moderna ein RNA-Impfstoff. Es enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Rolling-Review-Verfahren

Für Corona-Impfstoffe gilt wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess: Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA können Hersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Ein solches Rolling-Review-Verfahren hat neben Biontech/Pfizer und Moderna auch das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca für seinen Impfstoff-Kandidaten gestartet.

50 Millionen Impfdosen noch in diesem Jahr

Biontech und Pfizer bekräftigten ihre Absicht, noch in diesem Jahr bis zu 50 Millionen Impfdosen und bis zu 1,3 Milliarden Dosen bis Ende nächsten Jahres zu produzieren.

Beide Partner haben nach eigenen Angaben spezielle Kühlbehälter für die Auslieferung des wärmeempfindlichen Vakzins bei Temperaturen von -70°C entwickelt. Sie sollen durch das Nachfüllen mit Trockeneis 15 Tage auch als Übergangsbehälter dienen können. Jede Auslieferung und ihre jeweilige Kühltemperatur könnten mit Hilfe von GPS genau verfolgt werden.

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