22. Februar 2021

Empfehlung zur Verimpfung

Astrazeneca bei größerem Dosen-Abstand wirksamer

Mindestens zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis haben beim Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford den Entwicklern zufolge positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit. Das ergab eine Studie mit mehr als 17.000 Probanden, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde.

Lesedauer: 2 Minuten

Wirksamkeit steigt auf 81 Prozent

„Da die Verfügbarkeit [der Impfstoffe] begrenzt ist, kann die Strategie, zunächst mehr Menschen mit einer Dosis zu impfen, womöglich zu einer größeren Immunität der Bevölkerung führen, als nur die Hälfte der Menschen mit zwei Dosen zu impfen“, schrieb der Chef-Entwickler des Impfstoffs, Andrew Pollard, von der Universität Oxford in der Fachzeitschrift The Lancet.1-2

Die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse jüngster klinischer Studien mit mehr als 17.000 Probanden in Großbritannien, Südafrika und Brasilien, aus denen Auszüge zuvor bereits online veröffentlicht worden waren, untermauern die Strategie der britischen Regierung, ein größeres Intervall zwischen erster und zweiter Impfdosis einzuplanen – zumindest für das Astrazeneca-Vakzin.

Bei einem Abstand von mindestens zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis wies der Impfstoff demnach eine Wirksamkeit von 81 Prozent auf. Diese lag lediglich bei 55 Prozent, wenn zwischen beiden Dosen nur bis zu sechs Wochen lagen.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission bislang, bei Astrazeneca die zweite Dosis 9 bis 12 Wochen nach der ersten zu verabreichen.

RKI meldet wieder höhere Fallzahlen

Unterdessen haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4369 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 62 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom 22.02.2021 hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4426 Neuinfektionen und 116 neue Todesfälle verzeichnet.3

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 61,0 – und damit höher als am Vortag (60,2). Vor vier Wochen, am 25. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 111,2 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Weltgrößter Impfstoffhersteller bittet um Geduld

Der weltgrößte Impfstoffhersteller Serum Institute hat derweil angedeutet, dass es bei Exporten von Corona-Impfstoffen zu Verzögerungen kommen könnte. Der Chef der indischen Firma, Adar Poonawalla, schrieb auf Twitter: „Liebe Länder & Regierungen, während Sie #COVISHIELD-Lieferungen erwarten, bitte ich Sie demütig, Geduld zu haben. Das Serum Institute wurde angewiesen, dem großen Bedarf Indiens Vorrang einzuräumen und währenddessen die Bedürfnisse der übrigen Welt im Gleichgewicht zu halten. Wir geben unser Bestes.“ 4

Die Firma stellt unter anderem den AstraZeneca-Impfstoff unter dem Namen Covishield zu günstigen Preisen her. Indien wird oft – wie einst Deutschland – als die „Apotheke der Welt“ bezeichnet. Dort werden nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Impfstoffe weltweit hergestellt. Doch Indien braucht auch selbst viele Impfstoffe und will bis zum Sommer rund 300 Millionen Menschen impfen – etwas weniger als ein Viertel der 1,3 Milliarden Einwohner.

1. Merryn Voysey, DPhil, Sue Ann Costa Clemens, MD, Shabir A Madhi, PhD et al. Single-dose administration and the influence of the timing of the booster dose on immunogenicity and efficacy of ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222) vaccine, in The Lancet, veröffentlicht am 19. Februar 2021.
2. Astrazeneca-Impfstoff bei größerem Dosen-Abstand wirksamer; dpa; 20.02.2021.
3. RKI registriert 4369 Corona-Neuinfektionen und 62 neue Todesfälle; dpa; 22.02.2021.
4. Weltgrößter Impfstoffhersteller bittet die Welt zu warten; dpa; 22.02.2021.

Bildquelle: © GettyImages/digicomphoto

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