29. September 2020

Hygienepauschale GOÄ Nr. A245: Endlich Klarheit!

Am frühen Abend des 28. September 2020 gab die BÄK bekannt, dass die Hygienepauschale
in der Pandemiesituation „A245“, die ursprünglich mit dem 30.09.2020 auslaufen sollte, bis zum 31.12.2020 verlängert wird.

Lesedauer: 1,5 Minuten

Vom 2,3-fachen auf den 1,0-fachen GOÄ-Satz reduziert

Einen Beigeschmack hat diese Neuigkeit allerdings. Die Empfehlung, für die Zeit vom 01.10.2020 bis zum Jahresende die „A245“ anzuwenden, wurde vom ursprünglich 2,3-fachen auf den 1,0-fachen GOÄ-Satz reduziert und beträgt jetzt noch 6,41€.

Die Hygienepauschale gilt pro persönlichem Arzt-Patientenkontakt und ist für Ärzte, deren Aufwand für Hygienemaßnahmen pro Patient und direktem Kontakt unter den 6,41€ liegt, positiv zu sehen.

Ärzte mit höherem Hygieneaufwand

Die BÄK hat diese Lösung mit dem PKV-Verband und den Trägern der Beihilfe ausgehandelt. Es handelt sich wohlgemerkt um eine Empfehlung, die nicht den Charakter einer geänderten GOÄ hat. Deshalb ist es Ärzten, deren Hygieneaufwand pro Arzt-Patientenkontakt höher liegt, unbenommen stattdessen ihre Mehrkosten als Auslagen entsprechend § 10 GOÄ geltend zu machen. Dann kann allerdings Ziffer „A245“ nicht gleichzeitig angesetzt werden.

Gleiches gilt für die erbrachten GOÄ-Positionen selbst: Ein über dem 2,3-fachen Satz liegender Faktor kann nicht mit dem Hygieneaufwand begründet werden, wenn zugleich „A245“ für dieselbe Arzt-Patientenbegegnung auf der Rechnung steht. Hier bleibt es bei einem deutlichen „Entweder – Oder“. Selbstverständlich gilt aber, dass alle anderen Kriterien für den Ansatz einer höheren Gebühr nach § 5 GOÄ weiterhin gelten.

Psychiatrie und Psychotherapie

Auch für die Psychiatrie und Psychotherapie wurden die Möglichkeiten bis zum 31.12.2020 verlängert, Video- oder Telefonsprechstunden abzuhalten. Damit korrespondieren die im Juli 2020 von der BÄK bekanntgegebenen Regeln zur Telemedizin. 

Konsil zwischen zwei oder mehreren Ärzten

Auch das Konsil zwischen zwei oder mehreren Ärzten nach Ziffer 60 GOÄ setzt zunächst bis zum 31.12.2020 nicht mehr den direkten persönlichen Kontakt eines der beteiligten Ärzte mit dem Patienten voraus.

Autor: Dieter Jentzsch; Ärztliche Verrechnungsstelle Büdingen e.V.; 29.09.2020.

Bildquelle: © GettyImages/Maridav

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