14. Juli 2018

Traumberuf Arzt: So sieht die Realität aus

Für viele gilt „Arzt“ immer noch als Traumberuf mit hohem Ansehen. Wie sieht aber die Realität aus? In einer Umfrage von Medscape haben Kollegen u.a. Auskunft darüber gegeben, was sie an ihrem Job frustriert und warum sie ihn trotzdem gerne machen. Hier einige Ergebnisse.1 (Lesedauer: 1 Minute)

Die größte Zufriedenheit verschafft Ärzten in Deutschland das Gefühl, gute Arbeit geleistet zu haben (53%) – gefolgt von der Dankbarkeit der Patienten (19%), die vor allem für Hausärzte wichtig ist. Das Geld spielt kaum eine Rolle – nur bei 8% der mehr als 640 Befragten wird das gute Einkommen als Grund für Zufriedenheit angegeben.

Als größte Herausforderung und Quelle von viel Frust sehen viele Ärzte die zahlreichen Richtlinien bei Verwaltung und Abrechnung (30% der Frauen und 48% der Männer). An zweiter und dritter Stelle stehen Überstunden (13%) und schwierige Patienten (11%). Die Angst, verklagt zu werden, treibt deutsche Ärzte kaum um (6%) und auch mit EDV und elektronischen Patientenakten gibt es kaum Probleme (4%). 

57% der Ärzte fühlen sich nicht fair bezahlt und wünschen eine deutliche Steigerung des Einkommens. Dabei geht es nicht um Peanuts: 43% der Unzufriedenen möchten bis zu einem Viertel mehr Gehalt, fast jeder dritte wünscht eine Steigerung um die Hälfte und jeder zehnte gar das Doppelte.

Traum von der eigenen Praxis? Nicht unbedingt: 74% der angestellten Krankenhausärzte verneinen diese Frage – 52% der unter 45-Jährigen und 86% der über 45-Jährigen wollen lieber im Krankenhaus bleiben. Fast jeder dritte Arzt kann sich vorstellen, irgendwann im Ausland zu praktizieren – konkret verfolgen aber nur sehr wenige den Plan.

Eine besonders unbeliebte Pflicht und Hauptzeitfresser ist für die meisten Kollegen die Dokumentation und Verwaltung. Nahezu die Hälfte der befragten Mediziner verbringt mehr als 15 Stunden pro Woche damit. Besonders belastet sind hier unter 45-jährige Krankenhausärzte: 42% sind mehr als 20 Stunden mit Papierkram und Computerarbeit beschäftigt. 

Wieviel Zeit nehmen sich die Ärzte für einen Patientenkontakt? Bei 71% sind es weniger als 16 min – Fachärzte nehmen sich tendenziell etwas mehr Zeit als Hausärzte.

Trotz aller Herausforderungen im Gesundheitswesen: 89% der Befragten sind zufrieden mit ihrer Berufswahl (froh Arzt zu sein) und 61% würden auch ihren Kindern zu einem Medizinstudium raten. 78% würden, wenn sie jung wären, wieder Medizin studieren und 69% würden die gleiche Fachrichtung wählen – aber nur 29% die gleiche berufliche Situation..

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