15. Juli 2018

Reduzieren Krawatten die Denkleistung?

Die Krawatte im Fokus der medizinischen Forschung: nachdem frühere Studien bereits zeigten, dass Krawatten den Augeninnendruck erhöhen können, untersuchten Forscher nun die Auswirkungen eng gebundener Krawatten aufs Gehirn. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Neuroradiology“ veröffentlicht.1,2 (Lesedauer: 1 Minute)

Zur Messung der Hirndurchblutung analysierten die Forscher vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein die MRT-Aufnahmen gesunder Freiwilliger. Diese sollten sich ihre Krawatte so eng binden, dass sie sich damit leicht unwohl fühlten. Mit drei MRT-Untersuchungen vor, während und direkt nach dem Tragen der Krawatte wurde die Hirndurchblutung gemessen und mit den Resultaten gesunder Teilnehmer mit offenem Kragen verglichen.

Die MRT-Aufnahmen zeigten, dass das Anlegen einer Krawatte die Hirndurchblutung signifikant um 7,5 Prozent reduzierte. Grund dafür ist eine Kompression der Halsvenen, wodurch der Blutabfluss aus dem Kopf beeinträchtigt wird. Dies resultiert in einem erhöhten Schädelinnendruck und damit einer verringerten Durchblutung des Gehirns.

Keine klinische Relevanz für gesunde Krawattenträger

Bei zwei Dritteln der Teilnehmer lagen die Ergebnisse jedoch innerhalb der physiologischen Grenzen, d.h. die Hirndurchblutung sank um weniger als 10%. Die klinische Relevanz für das verbleibende Drittel bleibt auch nach der Studie fraglich. Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die gesundheitlichen Auswirkungen vor allem bei älteren Krawattenträgern, Rauchern oder Patienten mit Gefäßerkrankungen deutlich werden könnten und fordern daher weitere Studien.

coliquio News der Woche

Videodauer: 3 Minuten

1. Lüddecke R, et al. Should you stop wearing neckties? – wearing a tight necktie reduces cerebral blood flow. Neuroradiology 2018 Jun 30: doi: 10.1007/s00234-018-2048-7.

2. Pharmazeutische Zeitung: Studie: Krawatten behindern Hirndurchblutung.

Bild: iStock.com/South_agency

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