01. Oktober 2018

Medizinnobelpreis für Krebsimmuntherapie

Prinzip der Checkpoint-Inhibition

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den US-Amerikaner James Allison und den Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung spezieller Krebstherapien.1 (Lesedauer: 1 Minute)

Die beiden Forscher hätten den Kampf gegen Krebs entscheidend vorangebracht, hieß es von der Nobeljury. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 870 000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Allison und Honjo hatten entdeckt, dass bestimmte Proteine als eine Art Bremse auf das Immunsystem wirken und dieses von der Bekämpfung von Tumorzellen abhalten. Löst man die Bremse, attackieren die Immunzellen die Krebszellen. Erste Therapien, die auf diesem Konzept basieren, sind als sogenannte Checkpoint-Therapien für verschiedene Krebsarten bereits verfügbar.

Der US-Amerikaner James Patrick Allison (geboren 1948), der seit 2012 an der University of Texas arbeitet, hatte herausgefunden, dass sich durch Aufhebung der Bremse das Immunsystem entfesseln lässt, wie die Nobeljury ihre Entscheidung begründete. Er entwickelte das Konzept zu einem neuen Ansatz zur Behandlung von Patienten weiter, unter anderem bei Schwarzem Hautkrebs. Er befasste sich vor allem mit dem Protein CTLA-4.

Der Japaner Tasuku Honjo (geboren 1942) von der Universität Kyoto untersuchte das Protein PD-1, das über einen anderen Wirkmechanismus das Immunsystem ausbremst. Therapien, die auf dieser Entdeckung beruhten, hätten sich als bemerkenswert effektiv im Kampf gegen Krebs erwiesen, so die Nobeljury.

Die Checkpoint-Therapie habe die Krebsbehandlung revolutioniert und unsere Ansichten, wie Krebs unter Kontrolle zu bringen ist, fundamental verändert.

  1. dpa, 01.10.2018

Bildquelle: © The Nobel Committee for Physiology or Medicine. Illustrator: Mattias Karlén

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