03. Oktober 2018

Milchprodukte: Bei reichlichem Verzehr besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt

Der Einfluss von Milchprodukten auf die Gesundheit ist umstritten. Eine große internationale prospektive Beobachtungsstudie spricht jetzt für den täglichen Verzehr von Milch, Joghurt und Co – hier zeigten sich ein Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen und eine geringere Gesamtmortalität.1,2 (Lesedauer: 1 Minute)

Im Rahmen der „Prospective Urban Rural Epidemiological“ oder PURE-Studie wurden seit Anfang 2003 Menschen in 21 Ländern nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und die Ergebnisse mit späteren Erkrankungen und Todesfällen in Verbindung gesetzt. Bis Mitte 2018 wurden 136.384 Personen im Alter von 35 bis 70 Jahren eingeschlossen, von denen nach durchschnittlich 9,1 Jahren 6.796 gestorben sind und 5.855 schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben.

Die kanadischen Wissenschaftler quantifizierten den Konsum von Milchprodukten dabei anhand typischer Verbrauchsmengen: Eine Standardportion bestand aus einem Glas Milch (244 g), einem Becher Joghurt (244 g), einer Scheibe Käse (15 g) oder einem Teelöffel Butter (5 g). Die Teilnehmer wurden dann in vier Kategorien eingeteilt: 28.674 Personen hatten keine Milchprodukte verzehrt, 55.651 kamen auf weniger als eine Portion pro Tag, 24.423 auf ein bis zwei Portionen pro Tag und 27.636 auf mehr als zwei Portionen pro Tag.

In der Gruppe mit dem höchsten Verzehr an Milchprodukten (im Mittel 3,2 Portionen pro Tag) kam es zu den wenigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen (primärer Endpunkt, HR 0,84 vs. der Gruppe mit dem geringsten Milchverzehr). Auch in Bezug auf die sekundären Endpunkte wie Gesamtmortalität (HR 0,83), nicht-kardiovaskuläre Mortalität (HR 0,86), schwere kardiovaskuläre Erkrankungen (HR 0,78) und Schlaganfälle (HR 0,66) wurde eine protektive Wirkung nachgewiesen.

Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Milchprodukten: Joghurt schnitt beim primären Endpunkt am besten ab (HR 0,86), gefolgt von Milch (HR 0,90). Für den Konsum von Käse war die Assoziation nicht signifikant. Der Verzehr von Butter war tendenziell mit einem Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen verbunden (HR 1,09).

Eine Kausalität ist durch die Beobachtungsstudie nicht belegt. So ist denkbar, dass Menschen mit hohem Konsum von Milchprodukten auch ansonsten gesünder leben. Eine weitere Schwäche der Studie ist, dass die Ernährungsgewohnheiten nur einmal zu Beginn der Studie erhoben wurden und die Aussagen z.T. sehr vage sind.

1. Mahshid Dehghan et al: Association of dairy intake with cardiovascular disease and mortality in 21 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study; Lancet (2018); DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)31812-9

2. Deutsches Ärzteblatt: Milchprodukte könnten vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen

Bildquelle: © iStock.com/beats3

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