26. Juni 2018

Krebsrisiko: Falsche Ernährung gravierender als Nikotin?

Immer mehr Deutsche leiden an Übergewicht und Adipositas, doch auch die Mangelernährung ist ein zunehmendes Problem: Allein in Deutschland sind 1,5 Millionen Menschen betroffen, und jeder vierte stationär aufgenommen Patient weist Zeichen einer Mangelernährung auf. Über die Rolle der Ernährungsmedizin diskutierten Experten anlässlich des Kongresses „Ernährung 2018“ am vergangenen Wochenende in Kassel.1 (Lesedauer: ca. 1 Minute)

Großes Problem: Mangelernährung

„Mehr als jeder vierte Patient, der in eine Klinik eingewiesen wird, zeigt Zeichen einer Mangelernährung“ betont Professor Dr. med. Christian Löser, Kongresspräsident der DGEM, anlässlich des diesjährigen Kongresses mit dem Motto „Ernährung ist Therapie und Prävention“.

Ein Energie- und Nährstoffmangel kann weitreichende Folgen für die Patienten haben: Betroffene müssen länger im Krankenhaus bleiben – meist verbunden mit einer verminderten Lebensqualität sowie mit einem in Studien belegten erhöhtem Sterberisiko.

Teufelskreis: Krebs und Gewicht

Besonders gefährdet seien Krebspatienten. Adipositas begünstigt Krebs, und Patienten, die bereits an Krebs erkrankt sind, verlieren oft dramatisch an Gewicht. Dabei handele es sich aber nicht um Fett-, sondern um Muskelmasse. Aber vor allem bei übergewichtigen Patienten falle ein krankheitsbedingter Gewichtsverlust meist nicht sofort auf. Laut Prof. Löser sterben jährlich allein 20 bis 30 Prozent aller Krebspatienten nicht an ihrer Grunderkrankung, sondern an den Folgen ihrer Mangelernährung. Die Experten sind sich hier einig – Ärzte müssen mit etablierten ernährungsmedizinischen und ernährungstherapeutischen Maßnahmen dem also gegensteuern und zwar rechtzeitig. Mit dem sogenannten „Kasseler Modell“ können die ernährungsmedizinischen Erkenntnisse im Klinikalltag umgesetzt werden. Ein routinemäßiges Screening auf Mangelernährung bei stationärer Aufnahme sowie eine Ernährungsberatung und auf den Ernährungsstatus des Patienten abgestimmte Gerichte zählen hierbei zu den zentralen Elementen.

Hauptrisiko für Krebs: Löst Übergewicht bald Nikotin ab?

„Zu viel Essen, zu wenig Bewegung und daraus resultierendes Übergewicht haben einen größeren Einfluss auf die Entstehung und das Voranschreiten von Tumorerkrankungen als Nikotinkonsum“ so erklärt Prof. Bertz, Oberarzt am Universitätsklinikum Freiburg. Regelmäßige körperliche Bewegung reduziert das Risiko sowohl für die Krebsentstehung als auch für das Auftreten von Rezidiven.

  1. Pressemappe zur Pressekonferenz im Rahmen des Kongresses Ernährung 2018 „Ernährung ist Therapie und Prävention“ (21. Bis 23. Juni 2018, Kassel). Online erhältlich unter http://www.ernaehrung2018.de/presseinformationen.html. Zuletzt aufgerufen am 25.06.2018.

Bildquelle: ©jasam_io/iStock

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