09. November 2018

Höheres Alter des Vaters wirkt sich negativ auf die Schwangerschaft aus

Bisher wurde vor allem ein höheres Alter der Mutter mit vermehrten Schwangerschaftskomplikationen und erhöhtem Geburtsrisiko in Verbindung gebracht. Jetzt hat eine US-amerikanische Kohortenstudie gezeigt, dass auch dann vermehrt Früh- und Mangelgeburten sowie Fälle von Gestationsdiabetes drohen, wenn der Vater über 45 ist. 1,2 (Lesedauer: 1 Minute)

Ein hohes biologisches Alter des Vaters wurde lange Zeit nicht als Problem betrachtet. Inzwischen haben Untersuchungen gezeigt, dass die Qualität der Spermien mit dem Alter abnimmt. Dies wurde mit einem Anstieg von Autismus, genetischen Anomalien, psychiatrischen Erkrankungen und Krebs bei Nachkommen älterer Väter in Zusammenhang gebracht – der Beweis ist aber schwierig.

Für die jetzige Studie wurden alle 40,5 Millionen Geburtsbescheinigungen ausgewertet, die zwischen 2007 und 2016 in den USA nach der Geburt eines lebenden Kindes ausgestellt wurden.

Dabei ließ sich ein Einfluss eines höheren väterlichen Alters nachweisen, wenngleich er auch gering war: Die Kinder von über 45-jährigen Vätern wurden im Durchschnitt 0,12 Wochen früher geboren als die Kinder jüngerer Väter, das Frühgeburtsrisiko war um 14 % erhöht, und die Kinder waren im Schnitt um 20,2 g leichter. Das Risiko auf ein zu niedriges Geburtsgewicht war um 14 % erhöht, die Kinder hatten zu 4 % häufiger einen niedrigen Apgar-Score, sie wurden zu 14 % häufiger auf eine neonatale Intensivstation überwiesen und es traten 18 % mehr Krampfanfälle nach der Geburt auf. Die Mütter litten während der Schwangerschaft zudem zu 28 % häufiger unter einem Gestationsdiabetes.

Unklar bleibt, über welchen Mechanismus das höhere Alter des Vaters den Schwangerschaftsverlauf beeinflusst. Auch wenn das Risiko nur geringfügig erhöht ist, könnte das insgesamt doch erhebliche Auswirkungen haben, schreiben die Autoren. Nach ihren Berechnungen gäbe es in den USA 13,2 % weniger Frühgeborene, 14,5 % weniger Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht, 15,1 % weniger Aufnahmen auf Neugeborenen-Intensivstationen und 18,2 % weniger Fälle von Gestationsdiabetes, wenn alle Väter bei der Geburt ihrer Kinder jünger als 45 Jahre alt wären.

1. Yash S Khandwala et al; Association of paternal age with perinatal outcomes between 2007 and 2016 in the United States: population based cohort study; BMJ (2018); 363: k4372; doi: https://doi.org/10.1136/bmj.k4372

2. Deutsches Ärzteblatt: Schwangerschafts- und Geburtsrisiken bei älteren Vätern erhöht?

© iStock.com/PaulBiryukov

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