02. Juli 2018

STIKO empfiehlt HPV-Impfung Jungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung, Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV zu impfen, im Epidemiologischen Bulletin 26/2018 veröffentlicht. Damit ist Deutschland eines der ersten europäischen Länder, das die HPV-Impfung für Jungen empfiehlt. 1 (Lesedauer: 1 Minute)

„Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt wirksam vor einer HPV-Infektion und daraus resultierenden Krebsvorstufen“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts in einer Pressemitteilung. Die Impfung ist sehr sicher, weltweit wurden bereits mehr als 270 Millionen HPV-Impfungen verabreicht, ohne dass wesentliche Impfkomplikationen aufgetreten sind. Anfang 2018 ist zuletzt eine umfangreiche Auswertung der Evidenz durch die Cochrane-Collaboration erschienen, die die Sicherheit und Wirksamkeit der HPV-Impfung erneut bestätigt hat.

„Ich hoffe, dass möglichst viele Jungen die HPV-Schutzimpfung nutzen und die neue Empfehlung auch ein weiterer Anstoß für bislang nicht geimpfte Mädchen ist, die Impfung nachzuholen“, unterstreicht Wieler. „Bedauerlicherweise werden viel zu wenige Mädchen geimpft, dabei schützt diese Impfung vor Krebs“. 2015 waren nur 44,6% der 17-jährigen Mädchen vollständig gegen HPV geimpft. Aufgrund der niedrigen Impfquote konnte auch der von der STIKO erhoffte indirekte Schutz für Jungen nur in begrenztem Maße erreicht werden. Mit der Empfehlung für die Jungen hofft die STIKO, den Gemeinschaftsschutz in der Bevölkerung zu stärken.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Bei fast 100 % dieser Tumore sind HPV-Infektionen ursächlich verantwortlich. Die HPV-assoziierten Krebsarten bei Männern sind Penis- und Analkrebs sowie Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens. Nicht alle dieser Krebserkrankungen bei Männern sind durch eine HPV-Infektion bedingt. Nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut gibt es pro Jahr bei Männern etwa 600 Analkarzinome, mindestens 250 Peniskarzinome und mindestens 750 Karzinome in der Mundhöhle oder im Rachen, die auf eine HPV-Infektion zurückgehen. Deutschland ist eines der ersten europäischen Länder, die die HPV-Impfung für Jungen empfiehlt.

1. Pressemitteilung Robert-Koch-Institut,28.06.2018: HPV-Impfempfehlung für Jungen veröffentlicht

Bild: © iStock.com/Imgorthand

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