Humanes Papilloma Virus (HPV)

Humanes Papilloma Virus (HPV)

Genitoanale Infektionen mit dem Humanen Papilloma Virus (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. In seltenen Fällen kann HPV auch nicht-sexuell übertragen werden (z.B. Körperkontakt bei gemeinsamem Baden, möglicherweise auch durch kontaminierte Gegenstände sowie Übertragung aufs Kind während Schwangerschaft und Geburt).

Wichtigstes Symptom der HPV-Infektion sind genitoanale Warzen, doch auch extragenitale Regionen (Mamille, Mundschleimhaut, Larynx) können mit genitalen HPV infiziert werden. Die Inkubationszeit beträgt mindestens 4 Wochen bis zu mehrere Monate, jedoch verläuft die Mehrzahl der Infektionen unbemerkt.

Die latente HPV-Infektion mit alleinigem Nachweis der viralen DNA findet sich bei 15-20 % der 20 - 25 jährigen Frauen und sinkt mit zunehmendem Lebensalter. Es gibt mehr als 90 verschiedene HPV-Genotypen, von denen über 50 zu manifesten Infektionen führen können. Die Warzen werden v.a. durch die Typen 6 und 11 hervorgerufen und verursachen meist keine Beschwerden, was zur Verwechslung mit Marisken, Fibromen oder Hämorrhoiden führen kann.

Gefürchtet ist die Entstehung von Krebsvorstufen (z.B. cervikale intraepitheliale Neoplasie = CIN, erkennbar im PAP - Abstrich) und in Folge dessen invasiver Cervixkarzinome (auch Zervixkarzinom) v.a. durch HPV 16 und 18 (aber auch weitere Typen wie 31, 33, 35). Auch Karzimome im Bereich Vulva, Penis und Mund/Hals/Rachen können entstehen. Eine Untersuchung und Mitbehandlung des Sexualpartners ist stets erforderlich.

Wichtig zur Prävention ist die Benutzung von Kondomen, wenngleich diese keinen 100%igen Schutz darstellen, da nur die vom Kondom bedeckten Anteile des Genitals geschützt sind. Inzwischen existiert eine Impfung gegen HPV, die von der Deutschen Impfkommission für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen wird. Auf dem Markt befinden sich die Impfstoffe Gardasil gegen HPV 6, 11, 16 und 18 sowie Cervarix, welches nur gegen HPV 16 und 18 schützen soll. Über Nutzen und Risiko der Impfstoffe wird derzeit in der Fachwelt heftig gestritten. In jedem Fall sind junge Mädchen, die geimpft werden sollen, darüber aufzuklären, dass die Impfung keinesfalls zu 100 % gegen Gebärmutterhalskrebs schützt und daher verantwortliches Sexualverhalten und regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen nicht ersetzen kann.

letzte Änderungen: 03.08.2011

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