Dass bleibende Zähne nicht angelegt sind, wird zumeist in der Wechselgebissphase entdeckt. Neben funktionellen Einschränkungen kommen häufig dentofaziale Veränderungen, eine verzögerte Zahnentwicklung sowie komplexe morphologische Veränderungen des Alveolarfortsatzes hinzu. Bei einer Implantatversorgung stellen das reduzierte Knochenangebot und die atypische Knochenstruktur Zahnärztinnen und Zahnärzte vor zusätzliche Herausforderungen. Bereits die Erstfassung der Leitlinie hat deshalb betont, dass eine frühzeitige funktionelle Rehabilitation entscheidend ist, um Lebensqualität, Selbstbewusstsein und Kaueffizienz der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. „Die jungen Patientinnen und Patienten mit Zahnnichtanlagen, darunter besonders die syndromalen Formen, bedürfen unserer gemeinsamen Zuwendung, um Ihnen zumindest dental einen möglichst guten Start ins Leben zu ermöglichen“, betont Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden (Kassel), der Koordinator der Studie. Die aktualisierte Leitlinie greift die wesentlichen Prinzipien der Behandlung auf und konkretisiert sie vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie klinischer Erfahrungen.