Die Unterscheidung zwischen Stärke und Kraft ist relativ einfach – entscheidender Faktor ist die Zeit. Stärke sagt aus, wie wieviel Gewicht man maximal anheben kann, Kraft, wie schnell man diese Bewegung durchführen kann. Muskelkraft ist im Vergleich zur Muskelstärke mit einer deutlich geringeren Mortalität assoziiert und mangelnde Muskelkraft ist ein guter Prädiktor für einen frühen Tod, wie eine Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2025 gezeigt hat. Wer mehr Kraft hat als seinem Alter entspricht, kann insgesamt aktiver sein, weil jede Bewegung im Alltag leichter fällt. Ein weiterer wichtiger Aspekt vor allem im Alter ist die Prävention von Stürzen bzw. die Reduktion negativer Auswirkungen. Gerade im Alter bestehen oft zusätzlich Gleichgewichtsstörungen, die Stürze begünstigen. Bei der Sturzprävention muss man vor allem schnell reagieren, um den Sturz abzufangen, reine Muskelstärke hilft hier nicht weiter. Insbesondere für Menschen mit Osteoporose oder -penie kann jeder Sturz zu bleibenden Behinderungen oder sogar zum Tod führen. Muskelkraft braucht man aber z.B. auch, um schnell von einem Stuhl aufzustehen, Treppen zu steigen und Einkaufstüten zu tragen.