Bei Permanent Make-up (PMU) handelt es sich um eine Art kosmetisches Tattoo, bei dem Farbpigmente mit feinen Nadeln in die Haut eingebracht werden, ähnlich wie bei einem herkömmlichen Tattoo. Diese Verfahren gewinnen zunehmend an Beliebtheit, beispielsweise im Bereich der Augenbrauen, der Lippen aber auch als Lidstrich, also in unmittelbarer Nähe des empfindlichen Lidrandes.
Während herkömmliche Tattoos möglichst wenig verblassen sollen, wird die Haltbarkeit von PMU mit 2-5 Jahren angegeben. Die weit verbreitete Annahme, dass dies an einer „schonenden“, weil oberflächlichen Pigment-Applikation liege, ist allerdings unzutreffend – schließlich erneuert die Epidermis sich regelmäßig innerhalb von 4-6 Wochen. Vielmehr ist die Beschaffenheit der Tätowier-Farbe ausschlaggebend für ihre Haltbarkeit. Die schnell verblassenden PMU-Farben enthalten typischer Weise große anorganische Pigmente im Vergleich zu den deutlich stabileren, organischen Nano-Partikeln klassischer Tattoos.
Histopathologische Untersuchungen zeigen bei beiden Arten der Farbpigmente eine Persistenz als freie Granula in Epidermis und Dermis, überwiegend aber in Makrophagen der Dermis. Die Einbring-Tiefe innerhalb der Haut unterscheidet sich nicht. Im Bereich der Lidränder finden sich Pigmentgranula auch an der Oberfläche des Musculus orbicularis oculi (ringförmiger Schließmuskel).1
Technisch wird die PMU-Farbe nahe dem äußeren Lidrand in die Haut mittels spezieller Pigmentiergeräte in hunderten Einzelstichen eingebracht. Ganz in der Nähe, am inneren Lidrand, münden allerdings die Ausführungsgänge der Meibomschen Lidranddrüsen, welche eine ölige Lipidschicht für den Tränenfilm produzieren. Die Vermutung liegt somit nahe, dass diese Strukturen möglicherweise affektiert werden könnten. Eine aktuelle chinesische Studie untersuchte diesbezüglich Patientinnen mit und ohne Lidstrich-Tattoos.
Wer sich tätowieren lässt muss mit vorübergehender Rötung und Schwellung rechnen. Schwerwiegendere Komplikationen sind allergische Reaktionen in Form von Ekzemen und chronischen Entzündungen. Die Tattoo-Farben enthalten potenziell toxische Inhaltsstoffe wie Antimon, Cadmium, Eisen, Chrom, Cobalt, Nickel und Arsen und bei mangelhafter Hygiene kann es zu Infektionen mit z.B. Staphylokokken, Streptokokken, Hepatitis oder HIV kommen.2
Bei Permanent Make-up speziell am Lid wurden akzidentielle Verletzungen des Auges, z.B. der Hornhaut, beschrieben. Zudem gibt es Auswirkungen auf Anatomie und Funktion der Meibom-Drüsen, die zu einer problematischen Tränenfilminstabilität führen. Die Folge sind vermehrte Oberflächenprobleme der Augen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie aus China.3 Verglichen wurden 62 Augen von Frauen mit Lidstrich-Tattoos mit 56 Augen gleichaltriger Frauen ohne eine solche Tätowierung. Folgende Parameter erwiesen sich als signifikant schlechter: