Dass ein hoher Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel (UPFs für ultraprocessed foods) das Darmkrebsrisiko erhöht, ist schon länger bekannt. Unklar war aber bisher, ob das auch für früh auftretende Formen (EOCRC für early-onset colorectal cancer) gilt, die vor dem 50.Lebensjahr auftreten.
In einer prospektiven Kohortenstudie wurde jetzt bei 29.105 Frauen ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Konsum von UPFs und dem Auftreten von EOCRC-Vorstufen untersucht.1 Die Frauen waren im Mittel 45,2 Jahre alt und hatten sich vor dem 50. Lebensjahr einer Koloskopie unterzogen, bei der in 1.189 Fällen EOCRC-Adenome und bei 1.598 Frauen serratierte Adenome festgestellt worden waren. Die Teilnehmerinnen hatten alle vier Jahre detaillierte Fragebögen zur Ernährung ausgefüllt und waren im Mittel über 24 Jahre nachverfolgt worden.
UPFs machten im Mittel 34,8 % der täglichen Kalorienaufnahme aus. Frauen mit der höchsten UPF-Aufnahme hatten im Vergleich zu dem Quartil mit der geringsten Aufnahme ein deutlich höheres Risiko für die EOCRC-Vorstufen (adjusted odds ratio 1,45). Für serratierte Adenome war dieser Zusammenhang nicht nachweisbar (aOR 1,04). Die Ergebnisse hatten auch nach Berücksichtigung von BMI, Typ-2-Diabetes und anderen Ernährungsfaktoren wie Ballaststoffe, Folsäure, Calcium und Vitamin D) Bestand.
Die Ergebnisse unterstützen somit die Hypothese, dass ein hoher Anteil von UPFs in der Ernährung auch an der Tumorgenese von EOCRC beteiligt sein könnte.