Eine Patientin (42), 4 Monate postpartum, wird in der Hausarztpraxis mit einer selbstgetasteten Verhärtung im rechten unteren Abdomen vorstellig. Die Sonografie zeigt keine Auffälligkeiten des Darms oder umliegenden Gewebes. Auf den Verdacht einer Obstipation erwidert die Patientin keine diesbezüglichen Beschwerden, dennoch werden Flohsamen verordnet. Da der Tastbefund auch nach mehreren Tagen Flohsamentherapie bestehen bleibt erfolgt eine Überweisung an die Radiologie.
Im MRT des Thorax-Abdomen zeigt sich nach Kontrastmittel-Zugabe (unter expliziter Zustimmung der noch stillenden Patientin) eine Raumforderung im rechten Rectus abdominalis. Der Radiologe äußerte den V. a. eine Schwangerschafts-assoziierte dermatoide Fibromatose.
Die chirurgische Biopsie konnte dies bestätigen. In der Chirurgie wurde mit der Diagnosevermittlung der Patientin eine komplette Resektion des Desmoids mit Rändern und anschließender rekonstruktiver Netzplastik vorgeschlagen. Die Patientin lehnte dies ab.