In Phase-3-Studien zur Wirksamkeit neuer Krebstherapien steht zunehmend das progressionsfreie Überleben (PFS) im Fokus. Doch PFS-Zugewinne gehen nur selten mit Vorteilen beim Gesamtüberleben (OS) oder der Lebensqualität einher – also mit Parametern, die für Patientinnen und Patienten besonders relevant sind. Das zeigt eine große Metaanalyse von 791 randomisiert-kontrollierten Studien in JAMA Oncology.1
Welche Zielgrößen klinische Studien verfolgen – und welche Bedeutung ihnen im Versorgungsalltag zukommt – wird jedoch unterschiedlich bewertet. „Wenn wir in der Onkologie wollen, dass neue Therapien frühzeitig verfügbar sind, dann ist das OS kein praktikabler primärer Endpunkt“, betont Prof. Dr. Richard Schlenk, Leiter der Studienzentrale am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. „Das PFS liefert in der Regel wesentlich schneller eine erste Einschätzung der Wirksamkeit“, so Schlenk weiter gegenüber Medscape.