Das zeigt eine große Kohortenstudie auf Basis der National Cancer Database, deren Ergebnisse in
JAMA Network Open veröffentlicht worden sind.
1Insgesamt analysierten die Forscher Daten von 2.157.219 Frauen mit Brustkrebs. Die überwältigende Mehrheit (97,6%) erhielt eine konventionelle Therapie. Lediglich 273 Patientinnen (unter 0,1%) wurden ausschließlich komplementärmedizinisch behandelt, 568 (ebenfalls unter 0,1%) kombinierten komplementäre und konventionelle Verfahren, während 49.713 Frauen (2,3%) überhaupt keine Therapie erhielten.
Die Autoren nennen typische Beispiele, die bei Brustkrebs häufig eingesetzt werden:
Wichtig: Diese Methoden wurden nicht einzeln analysiert, sondern nur zusammen als komplementäre/alternative Therapien erfasst. Deshalb zeigt die auch Studie nicht, welche dieser Therapien besonders problematisch oder unbedenklich war.
Deutliche Unterschiede zeigten sich in der Kohorte beim 5-Jahres-Überleben: Es lag bei 85,4% unter konventioneller Therapie, bei 81,2% unter Kombinationstherapie, bei nur 60,1% unter alleiniger Komplementärmedizin und bei 47,8% ohne Behandlung. Entsprechend war das Sterberisiko im Vergleich zur konventionellen Therapie signifikant erhöht – sowohl bei ausschließlich komplementärer Behandlung (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 3,67; p < 0,001) als auch bei komplettem Verzicht auf Therapie (aHR 3,53; p < 0,001).
Auch die Kombination aus konventioneller und komplementärer Therapie schnitt ungünstiger ab: Diese Patientinnen erhielten seltener eine endokrine Therapie (z. B. im Stadium II: 40,7% vs. 65,2%; p < 0,001) sowie seltener eine Strahlentherapie (59,5% vs. 36,6%; p < 0,001) als ausschließlich konventionell behandelte Frauen. Gleichzeitig war auch hier die Sterblichkeit erhöht (aHR 1,45; p < 0,001).
Die Autoren betonen, dass weitere Studien notwendig sind, um die zugrunde liegenden Ursachen dieser Zusammenhänge besser zu verstehen.