Chronische Nierenerkrankungen (CKD) sind häufig, progressiv und enden nicht selten in einer terminalen Niereninsuffizienz. Pathophysiologisch spielen eine persistierende Entzündung und tubulointerstitielle Fibrose eine Schlüsselrolle. Trotz aktueller Therapieoptionen wie Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) und des natriumabhängigen Glukosetransporters 2 (SGLT2) fehlen bislang gezielte pharmakologische Strategien, um die fibrotische Progression wirksam zu stoppen. Der Transiente Rezeptor-Potenzial-Kationenkanal Subtyp-6 (TRCP6), ein Kalzium-permeabler Kationenkanal, ist als Treiber fibrotischer Prozesse in verschiedenen Organen beschrieben. Frühere Studien an Mäusen deuten an, dass eine TRPC6-Blockade die Nierenfibrose reduzieren kann – die zugrunde liegenden zellulären und molekularen Mechanismen waren jedoch unklar.
Ein Forschungsteam aus Greifwald hat nun in einer aktuellen Studie bei mehr als 20.000 Zellen eines murinen Modells der einseitigen Ureterobstruktion (UUO) sowie im 2-Monats-Modell der chronischen Ischämie-Reperfusionsschädigung (post I/R) die Effekte des selektiven TRPC6-Hemmers SH045 untersucht. Die Forschenden nutzten Einzelzell-RNA-Sequenzierung und räumliche Transkriptomik, um die Auswirkungen von SH045 auf die zelltypspezifischen Transkriptome zu analysieren und funktionelle Signalnetzwerke zu identifizieren, die von dem Wirkstoff beeinflusst werden. Zum Vergleich wurden außerdem menschliche Gewebeproben von Personen mit CKD untersucht. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal
Advanced Science veröffentlicht.