Lancet-Publikation
Verdacht auf Herzinfarkt: Kurze Abstände bei Troponin-Tests beschleunigen Diagnostik nicht
Wie effektiv die Abläufe in der Notaufnahme bei Verdacht auf einen Myokardinfarkt sind, wird nicht allein von den Troponin-Tests bestimmt. Das belegt eine große, internationale Studie, die auf dem Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC) in München vorgestellt wurde.
10.09.2026Lesedauer: ca. 3 MinutenVon: Nicola Siegmund-Schultze

Die frühere Wiederholung der Troponinmessung verkürzt die Aufenthaltsdauer in der Notaufnahme nicht.
© Herzzentrum am UKB / Felix Heyder
Kernbotschaften
Bei Verdacht auf einen Myokardinfarkt ist die serielle hochsensitive Messung auf kardiales Troponin (hs-cTn) eine wesentliche Komponente, die auch das weitere diagnostische Vorgehen bestimmt. Eine Verkürzung der Intervalldauer des Tests von 3 Stunden auf 1 Stunde (0/3-h- oder 0/1-h-Algorithmus) hat keine Vorteile in Bezug auf die Aufenthaltsdauer der Patienten in der Notaufnahme. Das belegt die prospektive, randomisierte, kontrollierte, internationale Studie PRESC1SE-MI in 10 Nationen, darunter Deutschland. Die Ergebnisse wurden beim Jahreskongress der ESC in München vorgestellt und zeitgleich in The Lancet publiziert. Die Entscheidung für einen 0/1-Stunden-Algorithmus sollte also nicht allein von der Erwartung bestimmt werden, die Abläufe in einer Notaufnahme zu beschleunigen, resümiert das Forscherteam. Vielmehr müssten auch die weiteren diagnostischen und organisatorischen Rahmenbedingungen einbezogen und Prozesse eventuell optimiert werden.
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