COVID-19
Wo stehen wir 6 Jahre nach Beginn der Pandemie?
COVID-19 ist aus dem öffentlichen Fokus gerückt, bleibt medizinisch aber weiter relevant. Eine Bestandsaufnahme zu Long COVID, Folgeerkrankungen und Prävention.
17.09.2026Lesedauer: ca. 8 MinutenVon: Barbara Zenz

Aktuelle Forschungsbemühungen konzentrieren sich vor allem auf die Behandlung von Long COVID und PCS, haben aber bisher noch nicht zu etablierten Therapien geführt.
© Getty Images | Farifo
Die COVID-19-Pandemie ist offiziell vor mehr als drei Jahren als beendet erklärt worden. Heute, im sechsten Jahr nach der Identifizierung des pandemieauslösenden Virus SARS-CoV-2, das die Welt über Monate nahezu stillstehen ließ, scheint die Angst vor einer Infektion kaum mehr vorhanden zu sein. Obwohl verschiedene Aspekte der Pandemie nach wie vor kontrovers diskutiert werden, ist COVID-19 als potenziell schwer verlaufende Erkrankung nahezu aus dem kollektiven Bewusstsein verschwunden.
Das ist einerseits der Tatsache geschuldet, dass fast alle aktuell zirkulierenden Subvarianten des Virus Abkömmlinge der im Vergleich weniger pathogenen Omikron-Variante sind, und akute Erkrankungen deshalb in der Regel milder verlaufen als zu Beginn der Pandemie. Zum anderen ist durch mehrfache Antigenkontakte heute eine hohe Grundimmunität in der Bevölkerung vorhanden. Nationale Gesundheitsbehörden haben der veränderten Situation Rechnung getragen und ihre Impfempfehlungen angepasst. Als Standardimpfung wird die Immunisierung gegen COVID-19 nun nur mehr für ältere Menschen empfohlen, als Indikationsimpfung nur bei bestimmten Grunderkrankungen. Beides sind zweifellos positive Entwicklungen – aber sie verdecken auch die Präsenz des Virus, das bestätigte 7,1 Millionen Tote gefordert hat. Nach Schätzungen der WHO dürfte die reale Zahl weitaus höher liegen: SARS-CoV-2 könnte weltweit zu 22 Millionen Todesfällen geführt haben.
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