Die eosinophile Gastritis (EoG) ist eine chronische, immunvermittelte Entzündungskrankheit, die trotz zunehmender Bekanntheit häufig übersehen wird. Derzeit basiert die Diagnose von EoG auf der Zählung der Eosinophilen in Magenbiopsien. Angesichts der relativen Seltenheit von EoG ist es nicht praxistauglich, bei allen Patientinnen und Patienten mit Symptomen wie Anämie, Blähungen oder Bauschmerzen die Anzahl der Eosinophilen mittels einer Gewebeentnahme zu ermitteln.
Vor diesem Hintergrund untersuchte ein Forschungsteam, ob weniger invasive Entzündungsmarker im Magensaft und Serum von EoG-Betroffenen geeignet sind, um eine aktive EoG-Erkrankung vorherzusagen. Die Forschungsergebnisse erschienen kürzlich im
Clinical and translational gastroenterology.
Die Studienteilnehmenden mit aktiver EoG zeigten im Vergleich zu Patientinnen und Patienten mit aktiver EoE und Nicht-EGID-Kontrollen einen Anstieg der Entzündungsmarker in der Magenflüssigkeit. Insgesamt waren 26 von 50 Analyten signifikant erhöht. Dazu zählten unter anderem:
Die Forschenden konnten keinen Zusammenhang zwischen der Konzentration der Entzündungsmarker im Magensaft und der maximalen Eosinophilenzahl im Magen bei EoG-Betroffenen feststellen..
Die meisten im Serum gemessenen Analyten unterschieden sich nicht zwischen den einzelnen Gruppen. Allerdings war der Stammzellfaktor (SCF) bei EoG im Vergleich zu aktiver EoE und Nicht-EGID signifikant erhöht. Darüber hinaus zeigten sich deutlich höhere Interleukine-Werte (IL4, IL6, IL8, IL10, IL13) in der EoG-Gruppe verglichen mit der Nicht-EGID-Gruppe. Die einzigen sich überschneidenden Marker, die zur Unterscheidung von Patientinnen und Patienten mit EoG sowohl im Serum als auch im Magensekret gefunden wurden, waren IL4, IL6 und IL10.
Anhand von Entzündungsmarkern im Magensekret und Serum haben die Autorinnen und Autoren der Studie eine kleine Gruppe von Prädiktorvariablen identifiziert, mit denen sich eine aktive EoG erkennen ließ. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass MMP3 und MMP9 im Magen einen starken prädiktiven Wert für EoG hatten. Über alle Modelle hinweg schien die IL4-Konzentration in der Magenflüssigkeit der Entzündungsmarker mit der höchsten Vorhersagekraft für EoG zu sein.
Die Forschenden betonen, dass trotz der geringen Stichprobengröße und der großen Anzahl an Prädiktoren die Vorhersagemodelle zeigen, dass sie anhand der Konzentrationen bestimmter Marker im Magen und Serum zwischen Personen mit aktiver EoG und solchen ohne EoG unterscheiden können. Dabei schien das IL4 im Magensaft der prädiktivste Analyt zu sein, was nach Ansicht der Forschungsgruppe darauf hinweist, dass die Magenflüssigkeit als Screening-Instrument für EoG genutzt werden könnte.
Laut dem Autorenteam liefern die Studienergebnisse eine Grundlage für die Entwicklung eines validen Screening-Tools für EoG. Zukünftig könnten dann Flüssigkeiten, die routinemäßig während einer oberen Endoskopie abgesaugt werden, zur Analyse genutzt werden. Dies ermöglicht es einerseits, Personen zu identifizieren, die von einer Eosinophilenzählung profitieren würden und andererseits vereinfacht es die Vorgehensweise bei der Endoskopie und spart Zeit bei der Beurteilung von Gewebeentnahmen.