DGIM 2026: Leitlinien-Diskrepanz bei arterieller Hypertonie – wann behandeln?

Gemäß den ESC-Guidelines 2024 der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck und Bluthochdruck liegt der Schwellenwert für einen erhöhten Blutdruck bereits bei 120/70 mmHg. Ab diesen Werten werden eine Beratung, Risikostratifizierung und Anamnese empfohlen, sowie die Einleitung von Lebensstilinterventionen und ab 130/80 mmHg die Einleitung einer medikamentösen Therapie.1

08.05.2026Lesedauer: ca. 3 MinutenVon: Dr. Doris Maugg
DGIM 2026: Leitlinien-Diskrepanz bei arterieller Hypertonie – wann behandeln?

DGIM 2026: Leitlinien-Diskrepanz bei arterieller Hypertonie – wann behandeln?

© Happy Kikky | E+ via Getty Images Plus

Diese Werte stehen im Widerspruch zu den ESH-Guidelines 2023 der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (ESH), die den Grenzwert von 140/90 mmHg für erhöhten Blutdruck angeben. Woher diese Diskrepanz kommt und welche Zielwerte die ESH warum empfiehlt, erklärte Prof. Dr. Reinhold Kreutz, Charité – Universitätsmedizin Berlin, auf dem DGIM-Kongress 2026 in Wiesbaden (2). Kreutz ist auch Past President der ESH und Co-Autor der ESH-Leitlinie 2023 zum Management der arteriellen Hypertonie (3).
Die Definition der Hypertonie der WHO und in den meisten Ländern weltweit legt den Schwellenwert für eine Behandlung bei Praxis-Blutdruckwerten von ≥ 140/90 mmHg fest. Diese Festlegung basiere auf Evidenz durch Ergebnisse aus randomisiert-kontrollierten Endpunkt-Studien, erklärte Kreutz.

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