Sonographisch zeigte sich eine große, irregulär konformierte, hypoechogene Masse mit Schallschatten. Magnetresonanztomographisch zeigte eine große spikulierte Masse im oberen äußeren Quadranten der linken Brust, die in der T1-Wichtung hypointens, in der T2-Wichtung dagegen hyperintens erschien. Eine Stanzbiopsie führte schließlich zur Diagnose.
Der
Fallbericht der Chirurgin
Dr. Allison Draper und Kollegen von Broward Health in Fort Lauderdale, USA, dokumentiert eine wichtige seltene, benigne Erkrankung der Brust.
Die Patientin und ihre Vorgeschichte
Die Patientin stellte sich mit schmerzloser, palpabler Masse in der linken Brust in einem Krankenhaus in Fort Lauderdale, USA, vor. Traumata, Vorerkrankungen, Schwangerschaften oder Karzinome der Brust oder des Ovars in der Familie waren nicht bekannt. Irregularitäten bei der Menstruation, Fieber, Nachtschweiß oder ungewollten Gewichtsverlust in der letzten Zeit negierte die Patientin. Verhütungsmedikamente habe sie nie eingenommen.
Die sonstige Medikamenten-, Familien-, Sozial-, Drogen-, Reise- und Allergieanamnesen verliefen unauffällig.
Befunde
Bei der Aufnahme der Patientin wurden deren Vitalparameter gemessen. Atem- und Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung bei Raumluft und Körpertemperatur lagen in ihrer jeweiligen Normspanne.
Die Inspektion, Auskultation, Palpation und Perkussion des Patientenkörpers bestätigten die anamnestischen Angaben. Im oberen äußeren Quadranten der linken Brust tastete sich eine große, nicht verschiebliche, harte Masse ohne darüber gelegene Hautveränderungen. Weitere Brustmassen oder eine axilläre Lymphadenopathie waren nicht vorhanden.
Ein Routine-Labor erbrachte keinen wegweisenden Befund.
Sonographisch fiel eine im oberen äußeren Quadranten der linken Brust lokalisierte, etwa 8,1 x 3,0 x 5,9 cm messende, irregulär echoarme Masse mit posteriorem Schallschatten auf. Ein schallreicher Halo fehlte. Im Farbdoppler zeigte sich keine interne Vaskularisation.
Erst eine Biopsie führt zur Diagnose
Zwecks genauerer Charakterisierung der Masse wurde eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. Diese offenbarte im oberen äußeren Quadranten der linken Brust eine große, spikulierte Masse, die sich in der axialen T1-Wichtung hypointens, in der sagittalen T2-Wichtung hingegen hyperintens darstellte. In der coronaren T2-Wichtung mit Kontrastmitteln zeigte sich ein heterogen progressives internes Enhancement der Masse mit irregulärer Begrenzung. Die angrenzenden Lymphknoten waren normal groß.
Eine Stanzbiopsie führte schließlich zur Diagnose einer Fibromatose. Nach multidisziplinärer Diskussion fiel die Entscheidung gegen eine chirurgische Therapie. Die Patientin wurde stattdessen per active surveillance beobachtet. In der 1-Monat-Follow-Up-Untersuchung zeigte sich die Krankheit stabil.
Diskussion
„Dieser seltene Fall einer Brustfibromatose bei einer 17-jährigen Patientin demonstriert, wie wichtig es ist, die distinkten sonographischen und magnetresonanztomographischen Eigenschaften der Krankheit zu kennen, um unnötige chirurgische Interventionen zu vermeiden“, schreiben die Fallautorinnen und -autoren. Die Abwesenheit eines echoreichen Halos sowie die geringe Vaskularisation helfen bei der Abgrenzung von einem invasiven Karzinom.
Dieser Beitrag erschien im Original bei Univadis.