Arbeitsmedizin

Ergonomie im OP: Immer noch ein Tabuthema

Stundenlange Zwangshaltungen, schwere Bleischürzen und suboptimales Equipment: Die Ergonomie im Operationssaal wird oft vernachlässigt. Ergonomische Arbeitsplätze sind zu teuer. Doch damit schaden sich die Kliniken nur selbst. Der Chirurg und Arbeitsmediziner Thomas Auhuber warnt vor ökonomischen Folgen und wirbt für eine konsequente Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen.

04.05.2026Lesedauer: ca. 4 MinutenAutor: Dr. med. Horst Gross
Warum Ergonomie im OP immer noch ein Tabuthema ist

Frühzeitige Verschleißerscheinungen an Wirbelsäule und Gelenken sorgen für hohe Krankenstände und führen im schlimmsten Fall zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Operationsdienst.

© Getty Images | German Adrasti

Lange Zeit galt körperlicher Verschleiß im OP als Tabuthema oder schlichte Berufskrankheit, die man hinzunehmen hat – doch die Realität zeigt: Schlechte Ergonomie ist ein massives ökonomisches Risiko. Chirurginnen und Chirurgen operieren oft über Stunden in statischen, verdrehten Positionen mit dauerhaft erhobenen Armen. Die Folgen sind gravierend: Die ERGO-Studie zeigt, dass etwa drei Viertel aller chirurgisch Tätigen unter muskuloskelettalen Schmerzen leiden.1 Diese chronischen Beschwerden führen nicht nur zu einer eingeschränkten Lebensqualität, sondern haben auch direkte Auswirkungen auf die Patientensicherheit und die Klinikökonomie.

Personalausfälle als Konsequenz

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