Die Patientin beschrieb den Schmerz als pochend sowie druck- und kälteempfindlich. Sie berichtete zudem über ein verlangsamtes Nagelwachstum und gelegentliches Splittern am distalen Rand. Da sie Rechtshänderin ist, erschien eine mechanische Überbeanspruchung durch Alltagsaktivitäten (als Ursache der linksseitigen Beschwerden) unwahrscheinlich. Anamnestisch bestanden die Beschwerden bereits seit zwei bis drei Jahren. Eine Vorbehandlung war bislang nicht erfolgt.
Zu den Vorerkrankungen zählten ein Eisenmangel sowie Akne und Ekzeme. Die Eigen- und Familienanamnese war bezüglich Hautkrebs unauffällig.
Die klinische Untersuchung des betroffenen Fingernagels zeigte eine längs verlaufende rote Linie sowie eine distale Ablösung des Nagels aus dem Nagelbett. In der Kontaktdermoskopie verblasste die Rötung. Der Love-Test (punktueller Druckschmerz, ausgelöst durch eine Skalpellklinge Nr. 11) sowie der Kältetest waren positiv. Die Röntgenaufnahme der linken Hand zeigte keine ossären Arrosionen. Das MRT wies eine 0,3 cm große subunguale Läsion im Bereich der Endphalanx des vierten Fingers nach. Es erfolgte eine operative Exzision der betroffenen Nageleinheit.