Absetzen von ACE-Hemmern und Sartanen vor Operationen unnötig
Ob Patienten und Patientinnen vor einer OP mit Vollnarkose Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) wie ACE-Hemmer und Sartane sicherheitshalber absetzen sollten, ist unter Anästhesisten und Kardiologen umstritten. In der„Stop-or-Not“-Studieaus Frankreich wurde jetzt versucht, diese Frage ein für alle Mal zu klären.
09.10.2024Lesedauer: ca. 2 MinutenVon: Maria Weiß | Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Absetzen von ACE-Hemmern und Sartanen vor Operationen unnötig
© Getty Images | Aleksei Naumov
Schon bald nach der Einführung der häufig eingesetzten Antihypertensiva fiel auf, dass sie unter einer Vollnarkose zu unvorhersehbaren plötzlichen Blutdruckabfällen führen können. Dem können Anästhesisten dann zwar mit Vasopressoren entgegenwirken, trotzdem besteht das Risiko späterer Komplikationen wie einem akuten Nierenversagen.
Die Empfehlungen in Leitlinien unterscheiden sich in diesem Punkt: Die European Society of Cardiology (ESC) und die European Society of Anaesthesiology raten wegen der Gefahr der intraoperativen Blutdruckabfälle, die RAAS-Hemmer vor der Operation abzusetzen. Dagegen sprechen sich das American College of Cardiology und die American Heart Association für eine Fortsetzung der Therapie aus, weil nach dem Absetzen ein postoperativer Blutdruckanstieg mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz und Arrhythmie befürchtet wird. Nach den ESC-Empfehlungen sollte die Therapie mit ACE-Hemmern und Sartanen nur bei Personen mit Herzinsuffizienz während der OP fortgeführt werden.
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