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Reden wir uns krank?
Vielleicht ging es den Probanden vorher genauso schlecht, nur konnten Sie es nach den Workshops besser erfühlen und beschreiben. Heute wird eher zu wenig darüber miteinander gesprochen, deswegen sind die Patienten aus meiner Sicht eher mehr belastet heutzutage und Psychotherapeuten werden vermehrt aufgesucht. Mein damaliger Kollege sagte immer, es fehlt die Sitzbank unter Linden in der Dorfmitte.
coliquio-Mitglied, Allgemeinmedizin
Einsamkeit gabs da weniger, aber ob es allen besser ging? Es gab soziale Kontrolle, Unverständnis und Ausgrenzung bei Andersartigkeit, Getratsche, Nachbarschaftsstreit wegen Kinkerlitzchen [...] Was nützt die Gemeinsamkeit, wenn es keine Sprache für Gefühle gibt und auch kein Interesse daran?
coliquio-Mitglied, Psychologische Psychotherapie
Ich hatte mal einen älteren Hausarzt-Kollegen, dem zeigte ich mein "Patienten-Info"-Handout zum Thema Infekte, wo ich auch Red Flags nannte, und dass der Patient sich bei diesen wieder beim Arzt melden sollte. Der Kollege las sie durch und sagte, die Red Flags dürfe ich nicht nennen, "sonst haben die das nachher alles".
coliquio-Mitglied, Notfallmedizin
Ja, wir reden viel zu viel über ‚Psyche‘ […] und erschaffen dadurch erst die Pathologie, die es zu behandeln gilt.
coliquio-Mitglied, Orthopädie und Unfallchirurgie
Ist es zu begrüßen, dass zunehmend offen über psychische Erkrankungen gesprochen wird? Oder führt dies eher zu einer Häufung schwammiger Selbstdiagnosen? Lesen Sie hier, was die Ärztinnen und Ärzte auf coliquio darüber denken und was die fehlende „Bank unter der Dorflinde“ damit zu tun haben könnte.

Viele Menschen suchen bei Sorgen und Nöten heute eher Rat im Netz als im persönlichen Gespräch.
© Getty Images | Maria Korneeva
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