Im März machte die Meldung die Runde, dass zwei Endoskope, die vor rund zehn Jahren aus dem St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz gestohlen wurden, wieder aufgetaucht und an die Klinik zurückgegeben werden konnten. Sichergestellt wurden diese durch das FBI nach einem Ermittlungskrimi über drei Kontinente.1 Wenn auch in der Breite weniger spektakulär, gehören Diebstähle in deutschen Kliniken und Praxen dennoch zum Alltag. Eine einheitliche bundesweite Statistik gibt es nicht, Zahlen liegen nur für einzelne Bundesländer vor. So wurden laut einer Auswertung des Landeskriminalamts (LKA) Rheinland-Pfalz zwischen den Jahren 2019 und 2024 in den Einrichtungen eher Einzelpersonen bestohlen als die Klinik selbst. Konkret verschwanden etwa Bargeld, Schmuck, Dokumente, Elektronikgeräte, Bekleidung oder Bankkarten. Betroffen waren nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern auch Besucher oder Personal. Wenn das Krankenhaus betroffen war, verschwanden technische Geräte wie Computer oder medizinische Geräte beziehungsweise Medikamente oder Betäubungsmittel.2,3
Zahlen liegen auch für Thüringen vor. So wurden für das Jahr 2023 im Universitätsklinikum Jena 26 Diebstahlsfälle gemeldet, darunter Gegenstände wie Monitore und Bürostühle, aber auch Fahrräder. Laut einem Sprecher der Polizeidirektion Thüringen machen das Kommen und Gehen auf ausgedehnten Krankenhausfluren, der Schichtwechsel beim Personal sowie lange Besuchszeiten es Dieben leicht, an Beute zu kommen. Hinzu kommt die Hilflosigkeit mancher Patientinnen und Patienten. Weitverbreitete Präventionsmaßnahmen sind etwa abschließbare Fächer für Wertsachen oder Tresore in den Patientenzimmern, sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten an der Rezeption und die Dokumentation von Wertgegenständen bei der Verlegung nicht ansprechbarer Patienten. Medizinische Geräte werden vermehrt in abschließbaren Räumen mit Zugangsberechtigung gelagert. In einigen Häusern wie dem Universitätsklinikum Jena sei zudem ein Sicherheitsdienst engagiert worden, der in erster Linie präventiv eingesetzt werde.3