Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst der befragten Zahnärztinnen und Zahnärzte exklusive weiterer Leistungen, Vergütungen und Boni liegt den Umfrageergebnissen zufolge bei 178.500 €. Niedergelassene zahnärztliche Kolleginnen und Kollegen wurden dabei gebeten, den Jahresgewinn Ihrer ärztlichen Tätigkeit (Einnahmen abzüglich Praxiskosten, vor Steuern, exklusive weitere Leistungen, Vergütungen und Boni) anzugeben. Betrachtet man nur die Angaben der Kolleginnen und Kollegen, die in Vollzeit tätig sind, beträgt der Wert 198.900 € (Humanmedizin: 182.100 €). Die Kolleginnen und Kollegen in Teilzeit, die zwischen acht und 35 Stunden pro Woche zahnärztlich tätig sind, kommen auf 84.600 €.
Verdienst in der Zahn- und Humanmedizin im Vergleich
Damit liegt der Verdienst in der Zahnmedizin laut der aktuellen Umfrage um 23.200 € höher als in der Humanmedizin (155.300 €), jedoch in vergleichbarer Höhe mit den Einnahmen von Kolleginnen und Kollegen aus der Humanmedizin, die in Einzelpraxen tätig sind (179.400 €).Sowohl in der Praxen der Zahn- als auch der Humanmedizin ist zu beachten, dass der Reinertrag nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen ist und der Abzug von Steuern, Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung zu bedenken ist.
Weniger Wochenarbeitsstunden in der Zahnmedizin
Im Durchschnitt leisten in Vollzeit tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland 37,8 Wochenarbeitsstunden. Dies sind im Schnitt rund 10,5 Stunden weniger als in der Humanmedizin: Dort beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von in Vollzeit arbeitenden Kolleginnen und Kollegen 48,3 Stunden. [Anmerkung der Redaktion: Nur sehr wenige der Befragten haben die Angabe zur Wochenarbeitszeit ausgefüllt, daher haben diese Werte eine eingeschränkte Aussagekraft] Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in Teilzeit arbeiten, kommen im Schnitt auf 19,9 Wochenarbeitsstunden, die Spanne liegt hier zwischen acht und 35 Arbeitsstunden in der Woche.
Faire Bezahlung
Während in den vergangenen Jahren die Fairness der Bezahlung in der Zahnmedizin deutlich schlechter als in der Humanmedizin bewertet wurde, sind die Zahlen in diesem Jahr auf einem ähnlichen Niveau: In der Humanmedizin sind 45 % der befragten Ärztinnen und Ärzte mit dem Gehalt grundsätzlich zufrieden, in der Zahnmedizin sind es 42 %. Fast die Hälfte (48 %) der befragten Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner fühlen sich nicht fair entlohnt. Damit liegen die Teilnehmenden aus der Zahnmedizin – trotz ihres höheren Durchschnittsgehalt und niedrigerer Arbeitszeit – mit Blick auf die Gehaltszufriedenheit leicht unter dem Durchschnitt der befragten Humanmedizinerinnen und Humanmediziner.
Einfluss des Geschlechts auf die Bezahlung
Neu in der Umfrage in diesem Jahr war die Frage, inwiefern Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner das Gefühl haben, aufgrund Ihres Geschlechts anders bezahlt zu werden als Kolleginnen oder Kollegen mit einem anderen Geschlecht in einer vergleichbaren Position. Die Ergebnisse aus der Humanmedizin zeigen, dass sich Frauen häufiger aufgrund ihres Geschlechts schlechter bezahlt fühlen als Männer. Auch in der Zahnmedizin ist dieser Effekt zu beobachten, allerdings etwas weniger deutlich als in der Humanmedizin.
Haben künftige Reformen Einfluss auf das Gehalt?
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde vereinbart, das Honorarsystem im ambulanten Bereich um Jahrespauschalen zu ergänzen. Was dies konkret für die Vergütung bedeuten könnte, ist derzeit offen. Entsprechend gaben nur 7 % der Befragten an, dass sie kurzfristig Auswirkungen auf ihr Einkommen erwarten. Noch deutlicher ist dazu die Haltung in der Zahnmedizin: Nur 4 % der Kolleginnen und Kollegen glauben an eine Verbesserung, fast zwei Drittel dagegen nicht.