Kolumne

HzV versus KV-Kollektivvertrag - wie sich die Primärarztsysteme unterscheiden

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat einen Zeitplan ausgegeben: Bis zum Sommer 2026 ist ein Referentenentwurf für ein Primärversorgungssystem im Gesundheitswesen vorgesehen, der noch im gleichen Jahr ins Kabinett eingebracht und ab 2028 erstmals Wirkung in der GKV entfalten soll. Ein wichtiges Element soll dabei ein Primärarztsystem sein. Hier gibt es aber zwei „Bewerber“, die sich ziemlich unterscheiden.

04.05.2026Autor: Dr. med. Gerd W. Zimmermann
Ziffern. Zahlen. Zimmermann.

In seiner Kolumne „Ziffern. Zahlen. Zimmermann.“ ordnet Abrechnungsexperte Dr. med. Gerd W. Zimmermann regelmäßig aktuelle Entwicklungen ein, erklärt Abrechnungsfragen und gibt in Online-Fortbildungen konkrete Tipps für die Praxis.

Die Voraussetzungen für ein System in der GKV, das Versicherte verpflichtet, zunächst – wie das in vielen europäischen Ländern längst üblich ist – eine Hausärztin bzw. einen Hausarzt aufzusuchen, sind bereits länger vorhanden. Die 5-jährige Pflichtfortbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin versetzt Hausärztinnen und Hausärzte in die Lage, einer medizinischen Lenkungsstruktur gerecht zu werden. Auch das Problem, dass die hausärztliche Tätigkeit bisher finanziell unattraktiv war und sich deshalb erhebliche Nachbesetzungsprobleme ergeben haben, wurde mit der Entbudgetierung des hausärztlichen Honorars beseitigt. Was jetzt noch fehlt, ist ein Umsetzungskonzept im Rahmen des Sicherstellungsauftrages der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV).
Angemeldet hat sich schon früh der Hausärztinnen- und Hausärzteverband, der darauf verweist, dass es mit der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) bereits ein Primärarztsystem gibt, das bisher auch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Das ist zweifellos richtig, denn insbesondere im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Baden-Württemberg und Bayern gibt es hohe Einschreibequoten. Insgesamt sind bisher aber bundesweit nur rund 10 Millionen der 75 Millionen GKV-Versicherten und damit 7,5 Prozent in die verschiedenen HzV-Modelle eingeschrieben. 
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Dr. med. Gerd W. Zimmermann
Autor
Dr. med. Gerd W. Zimmermann ist Facharzt für Allgemeinmedizin und ehemaliges langjähriges Mitglied in Gremien der KV Hessen, der Landesärztekammer Hessen, der KBV, der BÄK, des G-BA und des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes gewesen.

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