Anmeldung abschicken
Clavus-Entfernung bei vermuteter Mikroangiopathie?
von  Gold-Mitglied Dr. ... (Innere Medizin)
61-jährige Patient mit TypII-Diabetes ( Metformin 1000mg ), arterieller Hypertonie, Adipositas und Zustand nach monatelangem offenen Ulcus cruris. Jetzt zeigt am gleichen Bein ein großer schmerzhafter Clavus an der 4. Zehe. Nachdem der Heilungsverlauf des Ulcus am linken Bein derart problematisch war - und viele Monate brauchte, bestehen jetzt Bedenken, den schmerzhaften Clavus operativ entfernen zu lassen. Wie würden Sie entscheiden? Der Zucker ist gut eingestellt, HbA1c bei 5,8. Auch sonst unauffällige Laborparameter.
Fachgebiet: Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ...
Diskussion
Teilnehmer: 18   Kommentare: 44
Gold-Mitglied Dr. ...
Chirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(3)
Wie steht es um die Statik des Fusses? Liegt dem Clavus ein durchbrochener Spreizfuß oder ein Krallenzeh zugrunde. Ein mittels eines Podograms läßt sich das klären, entsprechende Einlagen oder Schuhversorgung entzieht dem Clavus die Grundlage und das Ulcus heilt bei gleichzeitiger Desinfektion mit Flammazine oder Furacin lokal problemlos ab
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Chirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Ich würde auch von einer operativen Revision abraten und zunächst die Statik des Fußes abklären. Handelt es sich um eine Hammerzehe ? Eine Excision des Clavus geht bei einem solchen Risikopatienten postoperativ leicht mit einem Gelenkinfekt einher. Die Folge ist dann häufig eine Zehenamputation usw. Den Clavus polstern (entsprechende Hilfsmittel für Hammerzehen gibt es im Handel), weite Schuhe anziehen, wie RGKSBS vorgeschlagen hat ein Podogramm erstellen und den Clavus mit einer normalen Pflegecreme behandeln und: nicht operieren. Im Zweifelsfall würde ich auch noch ein Röntgenbild der Zehe und des Fußes (Osteolyse ? Diabet. Veränderungen der Fußwurzel und des Fußskletts ....?) noch durchführen
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Sehr geehrter Mathegu, um Ihnen einen Rat geben zu können, fehlt ein wesentlicher Hinweis auf den Gefäßstatus der Extremität. Es scheint zu mindest keine diab. Neuropathie vorzuliegen, da ja Schmerzen vorhanden sind. Aus der Erfahrung mit dem Ulcus cruriszu schließen, besteht eine AVK oder eine venöse Durchblutungsstörung oder eine Kombination daraus. Ich empfehle deshalb nur Druck entlastende lokale Maßnahmen, wie z.T. oben schon beschrieben und ggf desinfizierende Salben als Infektschutz. Eine Abstimmung zur Therapie halte ich für kontraproduktiv, da wir nach Indikationen und nicht nach Abstimmungsergebnissen behandeln sollten.MfG
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Schmerzen schließen Polyneuropathie m.E. nicht aus.
DD mal perforant !
cave OP !
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
Weiterleiten | Moderator informieren
Zur Vervollständigung meines in Eile geschriebenen Beitrages: Keine Polyneuropathie, Kombination von AVK und tiefer venöser Insuffizienz.Im Bereich der betroffenen Zehe Vorliegen einer "Krallenzehe". Leichte Spreizfußstellung.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Radiologie
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Ich würde zunächst den Arm-Knöchel Index oder wenn der wegen Mediasklerose falsch hoch ist den tcPO2 bestimmen. Nur wenn die periphere Durchblutung ausreichend gut ist, würde ich eine Op überhaupt in Betracht ziehen. Die vorgeschlagenen konservativen Therapieversuche scheinen mir hier eher zielführend.

Falls Op notwendig und AKI oder tcPO2 pathologisch vorher angiographische Abklärung und Revaskularisation anstreben.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
In der Diskussion fehlen mir ein paar Informationen: Ein Ulcus cruris entsteht aufgrund venöser Durchblutungsstörung (Zusamenhang mit Übergewicht?). Die würde bei der Clavus-OP nicht stören. Auf die Fußstatik kann man natürlich schauen, nur: Einlagen brauchen Platz in den Schuhen, und das Problem liegt ja nicht an der Fußsohle, sondern, soweit ich verstehe, über dem Streckseitigen PIP-Gelenk der 4' Zehe. Dieses Areal würde bei Einlagenversorgung nicht ent- sondern zusätzlich belastet. (Außer man denkt an kontinuierliches Sandalentragen, oder orthopädische Schuhversorgung mit überdimensioniertem Zehenkoffer). Eine reine Clavus-Exzision kommt an dieser Stelle grundsätzlich nie(!!!) in Frage, weil die Druckbelastung dadurch nicht beseitigt wird. das Rezidiv im Narbengewebe folgt zwangsläufig. Also: wenn banale konservative Maßnahmen (Clavus-Ring oder ähnliches) nicht zum Ziel führen, primär Evaluierung der arteriellen Durchblutung,(Siehe z.B. Silhouette) und, wenn diese ausreichend ist, Hammerzehen-Op mit Arthrodese des PIP-Gelenks in Streckstellung. Das Clavus-Problem erledigt sich dann von alleine.
Dem OP Risiko muss man das Risiko des Nichts-Tun gegenüberstellen: Ein Infiziertes Clavus-Ulkus ist auch nicht ohne...
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
Die "Krallenzehe" wäre ja die logische Folge der Mikroangiopathie der Vasa vasorum in den Nerven und damit ein Teilelement auf dem Weg zum Charcot Fuss. Durch Druck auf die Vorderfläche des Zehen , die ja nach unten zeigt kommt es zu einer Reizhyperkeratose, die im Schlechtesten Fall durch Friktionsbewegung in der Tiefe einen Riss bis in die Dermis erzeugt, einblutet und sekundär infiziert, drainiert und damit haben wir in Kombi mit DM II eigentlich schon das mal perforans.
Eine Clavusexzision ist meist nicht zielführend. Eine gute Fusspflegebehandlung bzw ein rezidiv. Abtragen der Hornmassen in Kombination mit tgl Applikation eines 10% Salizylvaseline Salbenflecks sollte das Problem alsbald lösen, die Druckentlastung allerdings ist eine andere Sache und viel hängt hier von der Compliance des Patienten ab. Eine "Hammerzehen-OP" ist sicher sinnvoll, gehört aber individuell entschieden, mit einer akralen Oszillographie kann der angiologisch Versierte eine sehr schnelle Aussage zur Durchblutungssituation machen.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
Das mit der Ätiologie der Krallenzehe ist mir neu... Ich habe zumindest hunderte davon operiert, Microangipathien hatten die wenigsten. Über die Kausalkette kann man sicher lange diskutieren, das Malum Perforans ist mit einer Hyp- oder Anästhesie des entsprechenden Gebietes vergesellschaftet. Dere Pathomechanismus ist ein völlig anderer (was nischt ausschließt, dass beide gleichzeitig vorliegen). Die "Hammerzehe" betrifft das DIPG, die "Krallenzehe" das PIPG.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
...je nachdem was man unter Krallenzehen subsummiert können natürlich verschiedene Ätiologien zugrunde liegen...PIPG also.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
Der Vergleich mit dem schlecht heilenden Ulcus cruris ist ein wenig schwierig, hier herrschen 2 verschiedene angiologische Situationen vor, die so nur schwer bis nicht vergleichbar sind wenn wir einmal von einem venösen Ulcus bei tiefer Leitveneninsuffizienz ausgehen, bei gemischten Ulzera ist es noch schwerer. Es gibt bei den Ulcera cruria so viele Variationen in der Behandlung, so viele Dinge die nicht richtig, nicht compliant oder durcheinander laufen können, dass ich nur davon abraten kann die beiden Situationen zu vergleichen.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Es gibt meines Wissens 2 40prozentige Ureacremes auf dem Markt, eine heisst Crea Urea, die andere adtop plus 40 von Dermasence. Ist gut handzuhaben, ueber Nacht offen auftragen, morgens mit einem trockenen, nicht mit Weichspueler gewaschenem Handtuch abrubbeln, geht auch fuer normale hyperkeratotische Fussohlen, Stueck fuer Stueck.

Ansonsten ist auch meine Erfahrung, Patienten hoffen (und ihre Aerzte) auch manchmal, dass calli an der Haut operativ zu heilen sind. Ohne Druckentlastung gibts nur Frustration. Leider sind Schuehe halt furchtbar haesslich oder genau der Fussform entgegengesetzt, vorne schmal und hinten breit.

Schoenes Wochenende
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
danke für Ihren Beitrag, das Problem ist ebenso einfach wie schwierig lösbar, Ihre Worte treffen tief in meine Orthopädenseele - um Himmels Willen, Messer davonlassen.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Chirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
OP nur, wenn eine Fistel ins Gelenk besteht. Ansonsten Keratolyse m.E. am besten mit Salicylsäure 20% - 40%, lokal aber die gesunde Haut mit z.B. Leukoplast o.ä. abdecken zusätzlich als Rezidivprophylaxe auf jeden Fall Fusstatik prüfen und mittels Einlage korrigiereen.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Allgemeinmedizin
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Die Beratungsresistenz meiner PatientINNEN bezüglich gesundes Schuhwerk ist unübertroffen. Kaufen für über 100 € neue Schuhe, die genauso drücken wie die alten :-(

Männer sind da meist vernünftiger, aber eben auch nicht immer. Manche können vermutlich auch meine Argumentationskette und die Feinheiten der Anforderungen von unschädlichem Schuhwerk nicht erfassen. Auch Schuhverkäuferinnen sind da nicht immer förderlich. Wenn ich Schuhladen stehe, dann amüsiere ich mich immer über deren ermunternde Worte wie "dieser Schuh steht Ihnen ausgezeichnet", "wunderbar, wie Ihnen dieses modell paßt", .... Meine Antwort "Wie der Schuh aussieht ist doch völlig nachrangig, zunächst einmal muß er an meinen Fuß passe" wird oft verständnislos entgegen genommen.

1) Passenden (am Clavus ausreichend weiten !!) Schuh kaufen
2) Einlagenversorgung
3) Urea pura 40% lokal
Und das bitte in dieser Reihenfolge !

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende !
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Allgemeinmedizin
Weiterleiten | Moderator informieren
Ich glaube wir wissen immer noch nicht wo sich dieser Clavus an der 4. Zehe befindet. Oder habe ich da etwas überlesen. Liegt er doral, plantarseits, an der abgesenkten Vorderfläche der Zehe oder seitlich zwischen den Zehen 4/5 oder 3/4?
Auf jedenfall ist Druckentlastung erforderlich. OP nein. Evtl kann man die Hyperkeratose oder äußeren verhärteten Ring vorsichtig mit einem Skalpell entfernen, das beschleunigt das Abheilen unter Druckentlastung. Salben verwende ich ungern zur Auflösung von Keratosen, schädigen das umliegende oder innen liegende Gewebe m.E. zu sehr, man muss mit Pflaster abdecken und bereitet dadurch eine feuchte Kammer. Auch die antiseptischen oder antibiotikahaltigen Salben halte ich aus gleichem Grunde für wenig hilfreich. Eine Infektion kommt meist von innen bei Mal perforans im mazerierten Gewebe. Bei entsprechender Infektion können sie jedoch hilfreich sein.
Hat jemand Erfahrung mit cortisonhaltigen Salben, die helfen zumindest häufig bei Ulcus cruris.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
Weiterleiten | Moderator informieren
Entschuldigung für die unzureichende Mitteilung - man merkt halt doch, dass es nicht mein "Fachgebiet" ist und genau deswegen brauche ich ja den Rat der Experten: der Clavus liegt an der Dorsalseite der 4. Zehe genau über dem Endgelenk und ist ungefähr kleinkirschkerngroß. Deswegen ist auch das Tragen von normalem Schuhwerk erschwert. Die Konsistenz ist hart, jedoch keine Exulceration. ( Das ist das Schicksal eines hausärztlich tätigen Internisten, dass er zu fast allen medizinischen Problemen gefragt wird - aber nicht überall fachkompetent ist. Aber dafür gibt es ja Coliquio und die dort tätigen Kollegen, die einem hier kollegial hilfreich zur Seite stehen. Im voraus ganz herzlichen Dank für alle wertvollen Hinweise!)
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
Ein Clavus an der Kleinzehe entsteht durch Knochendruck in Folge Fehlstellung. So lange diese Pathologie nicht beseitigt ist rezidiviert das Leiden zuverlässig - selbst wenn es gelingen sollte durch die vorgestellten Behandlungen den Hornhautmantel abzutragen. Die Gefahr, dass solche "Fußpflegemaßnahmen" im Infekt enden ist groß, zumal die diabetische Polyneuropathie die Schmerzwahrnehmung abschwächt bis aufhebt. Dann geht es relativ schnell um die Frage: Amputation von Zehe oder Vorfuß. Mein Vorschlag: Eine klassische Hohmann'sche Resektionsarthroplastik in Regionalanästhesie (um durch die Oberst'sche Leitungsanästhesie die Zehengefäße nicht zu schädigen),anschließend 3 Wochen redressierende Verbände. Schuhoptimierung ist darüberhinaus unerläßlich.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Ich habe überfliegenderweise in den vorhergehenden Beiträgen nichts Falsches gelesen.
Es handelt sich doch sicherlich schon um einen Diabetischen Fuß. Ein Staging diesbzüglich in einer entsprechenden Ambulanz (sei's in einer Praxis oder einem KH) ist kein Fehler.
Beim Diabetischen Fußsyndrom wird nur reseziert, excidiert etc. Wenn eine sonst nicht beherrschbare Infektion oder Komplikation auftritt. Und die verlangt Abklärung bis hin zur MRT (Fragestellung: Osteomyelitis? Ausdehnung des Defekts?).
Dieser Patient muss offensichtlich ersteinmal lernen, dass an seinen Füßen nichts drücken darf. Weiß er, dass er seine Füße jeden Tag im Spiegel von unten inspizieren sollte?
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
weitere DD an der nun exakter beschriebenen Lokalisation ist die mukoide Dorsalzyste. Diese hat häufig jedoch einen glasigen, transparenten Aspekt. Kann jedoch sekundär verstärkt verhornen, so daß mehr ein Clavusbild ensteht. Hier wäre dann eine OP nach vorheriger Gefäßcheck ( arterieller- venöser Doppler)
überlegenswert, jedoch erfahrungsgemäß sehr hohe Rezidivquote.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
Weiterleiten | Moderator informieren
Ich beobachte die Veränderung wegen der vorher vorhandenen Ulzeration schon einige Zeit, weil ich natürlich jetzt auf Grund der Ulcusbildung die Haut der Patientin jetzt noch aufmerksamer untersuche. Zystoide Züge hatte die Veränderung nie, war immer derb und anfangs leichter, später stärker verhornt.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
Gibt’s ein Röntgenbild? Irgenwie liegt hier eine chronische Osteitis in der Luft!
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
Weiterleiten | Moderator informieren
Bei entzündlichem Geschehen müssten die Laborparameter, insbes. die Entzündungszeichen, einen entsprechenden Hinweis geben. Dies war aber bei erst kürzlich vorgenommenen Kontrolluntersuchungen nicht der Fall. Von daher gesehen hielt ich eine Röntgenaufnahme auch für nicht erforderlich.
direkt kommentieren
Silber-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
stimme renebauer in allen punkten voll zu !!!
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Entschuldigung, der Verlauf war monatelang offen, wenn Osteitis dann chronisch und da sind die einschlägigen Entzündungsparameter sehr häufig negativ, die Labordiagnostik spielt bei der chr. Osteitis eine untergeordnete Rolle.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Soisses, mathegu! Andererseits sind natürlich Röntgenaufnahmen mit dieser Fragestellung in dieser Region doch schwerer zu beurteilen. Vielleicht ist doch einmal eine MRT sinnvoll.
Auch wenn ich nerve: Diabetes, AVK, venöse Insuffizienz, zuvor offene chronische Wunde - was brauchen wir denn noch? Und ist denn der neurologische Befund, der eine PNP ausschloss verlässlich und aktuell?
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
Weiterleiten | Moderator informieren
(ist das ein schwieriges Pseudonym!): das offene Ulcus war in Unterschenkelmitte. Im Vorfußbereich war immer alles zu!
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
Danke, für die Klarstellung. Ich fände es manchmal hilfreich, wenn wir auf colliqio die Möglichkeit hätten, solche Befunde bildlich darzustellen, das vermeidet Missverständnisse. Komme aber auf meine schon weiter oben geäußerte Ansicht zurück: ein Zehen-Clavus entsteht durch Knochendruck - und da muss man therapeutisch ansetzen.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Radiologie
Weiterleiten | Moderator informieren
Die Möglichkeit Bilder einzubinden hat der Beitragseröffner.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Allgemeinmedizin
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Vorrangiges Thearpieziel ist eine Druckentlastung durch Verringerung der Hornhautmasse des Clavus.
Dazu kombiniert man eine initial keratolytische Therapie (Salicylpflaster) mit vorsichtigen chirurgischen Maßnahmen: Ausschälen mit der Ringkürette, dabei Verletzung lebendigen Gewebes vermeiden.
Von Krallenzeh u.ä. hat mathegu nichts berichtet, daher kommen "richtige" chirurgische Maßnahmen nicht in Frage. Natürlich muß man sich die Fußstatik und das Schuhwerk einmal genauer ansehen. In der Regel kommen die Patienten aber mit der gelegentlichen Bearbeitung des Clavus in der o.g. Weise lange Zeit gut klar.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Allgemeinmedizin
Weiterleiten | Moderator informieren
auch meine Meinung, wie ich oben schon einmal erwähnt habe. Mit dem Salicylpflaster habe ich jedoch nicht so gute Erfahrung gemacht, wie mit einem vorsichtigen Abtragen der Verhornung alle 2-5 Tage, je nach Verhornung.

glaube nicht, daß ein Clavus nur durch Knochendruck entsteht. Denn dann würde ich eher eine Gewebsmazeration von innen heraus erwarten. Ich glaube an dieser Stelle kommt der Druck von außen. Folglich Druckentlastung durch entsprechendes Schuhwerk, ggfls. angepaßtes orthopädisches Schuhwerk durch einen erfahrenen orthopädischen Schuhmachermeister.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Da tauchen einige Vorstellungen auf, die nicht unwidersprochen bleiben können: Ein "Clavus" ist keine Krankheit per se, sondern die Physiologische Reaktion der haut auf eine unphysiologische Scher-oder Druckbelastung. Mathegu hat die Stelle genau beschrieben: "Streckseitig über dem Endgelenk". (Also distales Interphalangial-Gelenk, abgekürzt DIPG). Bei einer normal-geraden Zehe kann dort kein Überdruck entstehen, also ist von einer Zehenfehlform (Hammerzeh) auszugehen. Theoretisch kommt natürlich eine Schuhkorrektur in Frage- oder Barfußgehen. Bei unserem Klima eher ungemütlich. Ohne besetigung der Ursache ist das herumgepflaster mit Salizylsalben etc... brandgefährlich und absolut kontraindiziert!!!
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Allgemeinmedizin
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Wenn Sie bei allen Patienten mit Hühneraugen oder Schwielen orthopädische Operationen vornehmen wollten, hätten sie eine Menge zu tun.....
Im Übrigen ist die Belastung und der Arbeitsausfall und ggf. die Gefährdung bei betagten Patienten durch solch eine OP viel größer als bei einer gelegentlichen Hornhautabtragung.
D.h., die Indikation zu einer Hammerzehen- oder sonstigen, die Fußstatik korrigierenden OP muß sorgfältig gestellt sein. Oft ist das "palliative" Vorgehen letzten Endes für die Patienten schonender - auch wenn dadurch die Ursache, da haben Sie Recht, nicht beseitigt wird.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
Natürlich muss nicht jeder Clavus operiert werden, ich habe bereits auf Druckentlastende Ringe etc... hingewiesen. Mathegu berichtet aber von einer Ulzeration! Bei dieser Ausgangslage bleibe ich bei meiner Meinung, dass Salicylsalbe hier schlicht und einfach ein Kunstfehler wäre, ebenso wie das "Kürettieren" , noch dazu bei prekären Durchblutuzngsverhältnissen.
Die Compliance ist oft ein Problem, das ändert nichts daran dass bei drohender oder bereits engetretener Hautschädigung (das geht schnell!!) nur konsequente Druckentlastung hilft. Wird das nicht eingehalten, hat der Patient die Schuld. Wenn Sie Salicylsalbe draufschmieren, sind Sie es.
Nichts für ungut.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Allgemeinmedizin
Weiterleiten | Moderator informieren
In der Fragestellung von nichts von einer Ulzeration am Clavus, sondern von einem abgeheilten Ulkus cruris am Bein. -
Sonst hätten Sie natürlich Recht.
(An einem ulzerierten oder entzündeten Lokalbefund würde ich auch nicht rumkürettieren oder Salbe applizieren. Ich habe nur für massereduzierende Maßnahmen am toten Gewebe (=Hornhaut) gesprochen.)
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Wer haette gedacht, dass Huehneraugen solche Emotionen wecken koennen, dabei sind sie noch nicht mal schoen und bewimpert.
direkt kommentieren
Dr. ... (deaktiviert)
Gefäßchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Als Gefäßchirurg der sich ganz überwiegend mit der Angiopathie beim Diabetischen Fuß Syndrom beschäftigt einige Anmerkungen: AVK- was genau heißt das? Sind die Knöchelpulse eindeutig tastbar? Eine Mikroangiopathie in der Periferie gibt es nicht. Manchmal wird der Begriff fälschlicherweise für die diabetische Angiopathie der mittleren und kleinen Gefäße genutzt.
Sind keine Pulse tastbar sollte unbedingt vor jeglichem operativen eingriff am Fuß eine angiografische Abkärung, möglichst mit einer Feinnadelangiografie und Darstelltung der Fußarterien erfolgen.(Wenn die Beckenschlagadern klinisch und sonografisch frei sind braucht es keine BBA.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Radiologie
Weiterleiten | Moderator informieren
"Eine Mikroangiopathie in der Periferie gibt es nicht. "

Wie soll ich das verstehen?

Wenn vorhanden angiographische Abklärung übrigens gerne auch mit Magnetresonanztomographie (MRA).
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
Da ließe sich doch auch eine Osteomyelitis - tendenziell - aufspüren, od'r?
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Radiologie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Wenn man die MRA mit einem MRT des Fußskelettes kombiniert schon, ist aber etwas mit Kanonen auf Spatzen geschossen, i.d.R. reicht das konv. Röntgenbild in Zusammenschau mit der Klinik für eine rationale Therapieentscheidung. Wenn es um die Wurst geht oder in problematischen Fällen ist die MRT zur Beurteilung des Infejktionsausmaßes allerdings eine sehr gute Methode.
direkt kommentieren
Dr. ... (deaktiviert)
Gefäßchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Die diabetische Mikroangiopathie ist z.B. in der Niere mit verdickter Basalmembran beschrieben. So etwas gibt es bei Extremitätenarterien nicht. Die Angiopathie der periferen Gefäße ist in sofern eine Makroangiopathie, wenn auch der kleineren und mittleren Arterien.
Wenn also Läsionen am diabetischen Fuß nicht heilen, trotz guter "Makrodurchblutung", sollte man dies nicht auf eine - nie nachgewiesene- Mikroangiopathie schieben, sondern die anderen Ursachen: weitere Fehlbelastung bei Neuropathie und nicht beherrschter Infekt ausschalten.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Radiologie
Weiterleiten | Moderator informieren
(2)
Das entspricht aber nicht der allgemeinen Lehrmeinung: "Die diabetische Makroangiopathie ist ein generalisierter Prozess, vom dem grundsätzlich jedes Kapillargebiet des menschlichen Körpers betroffen sein kann." Rieger/Schoop, Klinische Angiologie, Springer1998, S. 823.

Sie haben zwar recht, dass vor allem die Nieren und die Retina betrofen sind, die Mikroangiopathie der Extremitätenkapillaren gilt aber z.B. als ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung des diab. Fußsyndroms. Sie haben sicher recht, dass sie im Einzellfall schwer nachzuweisen ist, aber funktionelle Untersuchungen der peripheren Durchblutung zeigen bei Diabetikern unabhängig von der Makroangiopathie deutliche Funktionsstörungen der Durchblutung. Außerdem zeigt die klinische Erfahrung, das Diabetiker ohne relevante Makroangiopathie typisch akrale Nekrosen entwickeln könne, ohne Infekt und nicht an den Belastungsstellen. Natürlich spielt die Neuropathie auch eine sehr wichtige Rolle.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
Weiterleiten | Moderator informieren
kann/sollte die Osteomyelitis in der MRT erkannt und im Ausmass sicher eingeschätzt werden. Meine obige Frage zielte darauf ab, ob der Radiologe, der die Angio-MRT macht, auch anhand der Bilder (des Datensatzes) aus diesem Untersuchungsgang auch Hinweise für eine Osteomyelitis ableiten kann.
Hintergrund ist, wie dem Pat. und Hausarzt mit möglichst wenig Hin und Her möglichst viele therapierelevante Informationen gegeben werden.
direkt kommentieren
Gold-Mitglied Dr. ...
Radiologie
Weiterleiten | Moderator informieren
(1)
Achso, da stand ich auf dem Schlauch.

Ist leider nicht so ohne weiteres möglich, da i.d.R. lediglich stark T1 gewichtete Sequenzen vor und nach KM vorliegen und oft der Vorfuß aus methodischen Gründen nicht mit abgebildet ist. Wurde also lediglich eine kontrastmittelverstärkte MRA gemacht (Standardverfahren), dann könnte man lediglich größere OSteodestruktionen sehen.

Wenn man es vorher weiß kann man die Untersuchung ggf. um 2-3 Sequenzen erweitern ...
direkt kommentieren