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Sport bei Beckenbodeninsuffizienz/Inkontinenz
von  Gold-Mitglied Dr. ... (Allgemeinmedizin)
Welche Sportempfehlungen kann man Patientinnen mit Belastungsharninkontinenz, bzw nach Anlage eines TVT geben ? ( analog Männer z B nach Prostata-op )
Wie und welche Geräte sind im Sportstudio empfohlen oder eher abzulehnen ?
Was ist mit Reiten ?
UNterhalb welchem Limit sollte die Gewichtsgrenze beim Tragen von Lasten leigen ?
Fachgebiet: Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin, ...
Diskussion
Teilnehmer: 8   Kommentare: 10
Silber-Mitglied Dr. ...
Urologie
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(2)
In der Regel spricht nichts gegen ein ausgewogenes Sportprogramm. Bei einer sehr sportlichen Patientin oder sportlichen Mann ist die Belastung des Bandes bei einem nicht Hochleistungssport nicht sehr hoch. Die Dauerbelastung ist bei übergewichtigen Patienten (BMI > 30) deutlich höher. Entscheidend ist der intraabd. Druck auf die Blase bzw. Blasenhals. So sehe ich Gewichtheben (größer 100kg) für etwas problematisch an. Weiterhin sollte bei Kampfsportarten und Ballett (Tanzen) langsam mit dem Training begonnen werden und nicht gleich mit einem Spagat starten. Hier kann die Gefahr (bei einem transobturatorischen Band) bestehen, dass es auf Grund der Reizfestigkeit des Bandes zu Verletzungen im kleinen Becken kommen kann. Bei Reiten oder Motorrad fahren, liegt zwar ein erhöhte Zugkraft auf dem Beckenring, aber diese sollte in der Regel durch Muskelkraft kompensiert werden. Auch hier ist das gleiche – bei Hochleistungssport (z.B. A – Turniere reiten, Motocross fahren) ist die Belastung höher.
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Silber-Mitglied Dr. ...
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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(1)
Prinzipiell gib es schon Sportarten, die den Beckenboden (BB) mehr belasten, als andere, nicht nur weil der gesamte intraabdominelle Druck steigt, sondern auch, weil sich z.B. beim Joggen das härtere Aufkommen mit der Ferse als Vibration auf den BB überträgt, den BB schwächen kann und die Blase Triggern kann. Hier empfehle ich das "weichere" Nordic Walking. Ich habe allerdings auch einer Pat., die für ihr Leben gerne joggt und "das braucht" extra ein Bändchen (TOT) eingelegt und es geht ihr seit 2 Jahren gut damit.
Pat. die reiten haben erfahrungsgemäß einen kräftigen BB aufgrund des permanenten Trainings - auch hier hätte ich keine Bedenken.
Wesentlich ist die postop. Schonung von 4-6 Wochen, kein Sport, kein GV und nur 5 kg heben. Bei mir ist die Vorbedingung für eine OP, dass die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden: lokale Östrogenisierung und BB-Training, evtl auch mit einem Spinktertrainer/Biofeedbacktraining für 3 Monate. Wenn die Pat den BB bewußt einsetzten können, dürfen sie auch mal 30-50kg heben.
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Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
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(1)
mit Ihrer Antwort sehr einverstanden, so berate ich meine Inkontinenzpatienten (da Proktologe, vor allem: incontinentia alvi beiderlei Geschlechts) auch, therapeutisch rate ich zu einem individuell gehandhabten Beckenbodentrainingsprogramm, je nach diagnostiziertem Stadium, möglichst aktives Training(erlernt er in der Praxis), in zweiter Linie oder bei Versagen mit "passivem" Training via Biofeedback-Reizstromtherapie. Zu den Aussagen des Kollegen stehe ich auch, mit Ausnahme der Empfehlung Gewichtheben (nicht mehr als 100kg)! Gewichtheben und ähnliche Sportarten mit Belastung des geschwächten Beckenbodens empfehle ich NICHT durchzuführen und wenn der Patient "gar nicht anders kann": auf jeden Fall keine 100, sondern deutlich weniger Belastung
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Gold-Mitglied Dr. ...
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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(1)
Was heißt "wenn der Patient nicht anders kann"? Niemand MUß 100kg oder auch nur 50kg heben, wenn es der Gesundheit nicht zuträglich ist? Wofür Beckenbodentraining, Einlage von Bändern und andere OP´s, wenn innerhalb von kurzer Zeit durch inadäquates Verhalten diese Effekte zunichte gemacht werden?
Ich empfehle meinen Patientinnen NICHT mehr als 5kg dauerhaft und kurzzeitig nicht mehr als 10kg zu heben, damit der Effekt ihrer Behandlung und OP möglichst lange erhalten bleiben.
Sportarten sind fast alle möglich, wenn sie moderat ausgeführt werden, mit Ausnahme von Sportarten, wo schwer gehoben werden muß.
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Gold-Mitglied Dr. ...
Innere Medizin
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(1)
ja, ja, völlig einer Meinung. Deshalb schrieb ich...Gewichtheben und ähnliche Sportarten...empfehle ich NICHT. Mit dem Nachsatz, wenn der Patient gernicht anders kann, habe ich nur auf die Realität unseres Daseins abgehoben, dass die Patienten eher das tun, was sie selbst für richtig halten. Und dann wenigstens auf eine nur geringere Belastung einzuwirken, war meine Intention. Wäre ja super, würden z.B. Raucher nach dem Infarkt nicht mehr rauchen und was wir uns sonst so an Überzeugungsarbeit leisten.....Einen schönen Abend noch allerseits
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Gold-Mitglied Dr. ...
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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(1)
Schön, daß wir uns mal wieder einig sind... Dann empfehlen wir den Patienten lieber leichtere Sachen, damit die schwereren nicht so ins Gewicht fallen;-)
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Mitglied Dr. ...
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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(1)
Sehr empfehlenswert für die Beckenbodenmuskulatur ist:
1. Inline Skating
2. Reiten
Alles Andere wurde schon gesagt.
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Gold-Mitglied Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie
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(1)
Wenn nichts anderes mehr hilft, dann ist eine Neuromodulation des Sakralnervengefechts in vielen Fällen hilfreich.
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Mitglied Dr. ...
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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ich habe leider die quelle nicht mehr; aber die geschichte mit 5kg oder 10kg als grenze nach operationen entbehrt meines wissens nach jeder wissenschaftlichen grundlage; demnach(unbekannte quelle - ist ein bisschen ungenau, ich weiß) erhöhen husten oder pressen beim stuhlgang signifikant den intraabdominellen druck; das heben von 10 oder 15 kg aber NICHT!
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Gold-Mitglied Dr. ...
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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(1)
Mich wundert, daß niemand die Hebebelastung im Beruf, z.B. bei Altenpflegerinnen, thematisiert. Die Empfehlungen zu postoperativen Belastungen bezogen sich früher auf Z.n. Hysterektomie und alle Senkungsoperationen, also für 12 Wochen postop. nicht mehr als 5 kg zu heben. Grundgedanke war die Zeit, die für den Ersatz des Nahtmaterials durch tragfähige Narben erforderlich war. Seitdem zunehmend nicht resorbierbare Materialien wie Bänder oder Netze verwendet werden, lassen sich diese Empfehlungen lockern. Trotzdem ist es sinnvoll, auf den Einzelfall zu schauen, ob also eine berufliche Belastung vorliegt, deren Häufigkeit sicher höher ist als eine sportliche Belastung. Und wenn ein Freizeitsport schon länger ausgeübt wurde, läßt sich eine ursächliche Mitbeteiligung an der Entstehung einer Senkung anamnestisch klären. Für neue Sportarten mit Hebebelastung wäre ich deutlich zurückhaltender mit der Beurteilung der gestatteten Belastung. Konkret gestatten wir unseren Rehapatientinnen nach Senkungsoperationen zwar MTT mit 15 kg Belastung, aber zunächst nur an Geräten für die Arme, d.h. ohne Anspannung der Bauchmuskulatur, um den intraabdominellen Druck nicht zu erhöhen. Subjektiv spüren die Betroffenen genau, ab welcher Belastung Unterbauchschmerzen auftreten, womit dann die individuelle Grenze auch schon erreicht ist. Obligatorisch ist systematisches Beckenbodentraining, welches sich durch Biofeedback unterstützen läßt. Parallel aber auch WS-Gymnastik, um nicht nur die Körpervorderseite, sondern auch die Rückseite zu trainieren.
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