Notfallpraxis mit Krankenhausanbindung dem herkömmlichen Notdienst überlegen?
Ein Allgemeinmediziner fragte seine Kollegen im Ärzteexpertennetzwerk coliquio nach den Vor- und Nachteilen einer notärztlichen Praxis mit Anbindung an ein Krankenhaus im Vergleich zum herkömmlichen Notdienst in der eigenen Praxis. Er bat um konkrete Beispiele und Erfahrungsberichte aus dem Alltag der Kollegen.

In der parallel dazu geführten Abstimmung sah ein Großteil der teilnehmenden Ärzte auf coliquio eine eindeutige Erleichterung Ihrer Arbeit durch die Einrichtung einer Notfallpraxis. So stimmten 77% der Teilnehmer für die Notfallpraxis mit Krankenhausanbindung. Nur 23% sprachen sich dagegen aus.
Aus den verschiedenen Erfahrungen der Umfrageteilnehmer ergaben sich neben einigen Kritikpunkten klare Vorteile für die Notfallpraxis mit Krankenhausanbindung.
Grundlegend für ein funktionierendes und tragendes Modell der Notfallpraxis am Krankenhaus seien allerdings genaue Absprachen mit der Krankenkasse und dem Krankenhaus. Außerdem fanden die coliquio-Ärzte folgende Voraussetzungen für den Erfolg eines solchen Modells entscheidend:
- Mitbenutzung der Krankenhausinfrastruktur: Computersystem, Telefonanlage, Fax (in der Regel vorhanden)
- Mitbenutzung des Notfalllabors im Krankenhaus (ein Mitglied berichtete sogar über die kostenfreie Mitbenutzung)
- Nutzungserlaubnis der vorhandenen Geräte: Röntgen, EKG, Sonographie (dies sei leider oft nicht möglich)
- Einrichtung der Praxis in attraktiven Räumlichkeiten und mit guter Grundausstattung
Die Erfahrungen mit den Notfallpraxen zeigen, dass sich so die Fahrdienste in starkem Maße reduzieren lassen. Die Patienten kommen selbstständig in die, ans Krankenhaus angebundene, Notfallpraxis. Dadurch werden die diensthabenden Notfallärzte enorm entlastet. Die Fahrzeiten entfallen und ein Arzt kann in derselben Zeit mehrere Patienten behandeln. Einige der Ärzte sahen auch einen klaren Vorteil darin, ihre eigene Praxis nicht zur Notfallpraxis hochrüsten zu müssen.
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