Ärzte diskutieren auf coliquio: Homöopathie auf Kassenkosten ja oder nein?
Der Vorstoß der Union und SPD, die Homöopathie als Kassenleistung zu streichen, findet bei 74% der befragten Ärzte auf coliquio.de seine Zustimmung. Obwohl es sich, laut veröffentlichter Statistiken, um einen im Vergleich kleinen Teil der Gesamtkosten handelt, meinen 74% der Ärzte, dass diese Kosten nicht von den Krankenkassen und letztendlich von der Allgemeinheit getragen werden sollten.
Aber auch wenn sich der Großteil der teilnehmenden Ärzte für die Streichung der Kassenleistung aussprechen, scheint es dennoch eine Anwendungsberechtigung in einzelnen medizinischen Bereichen zu geben.
Besonders bei der Behandlung in der Pädiatrie scheinen die nebenwirkungsarmen homöopathischen Heilmittel beliebt zu sein. Unterstützend zur Schulmedizin oder beispielsweise auch als genesungsförderndes Mittel bei viralen Infekten setzen einige der auf coliquio.de registrierten Ärzte Globuli ein. Hier besteht laut Meinung einzelner Ärzte sogar ein Einsparpotenzial für die Krankenkassen, würde doch dadurch das unnötige Verschreiben von Antibiotika vermindert werden.
Das Gros der Befürworter der Homöopathie selbst sieht darin übrigens keinen Widerspruch zum Umfrageergebnis: Ja, zur Streichung der Kassenleistung. Vielmehr meinten einige wenige Ärzte, dass es gut für Patienten sei, einen Teil der Kosten selber zu tragen.
Die durch ein Mitglied auf der 30.000 Ärzte starken Expertenplattform coliquio angeregte Diskussion beschäftigte sich auch ausführlich mit dem fehlenden wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit von homöopathischen Heilmitteln. Die Meinungen reichten von völlig wirkungslos, über Placebowirkung, bis hin zu absoluten Überzeugung bezüglich die Wirksamkeit.
Grünes Licht also von den befragten Medizinern bezüglich der Ablehnung der Kostenübernahme von Homöopathie durch die Krankenkassen und gleichzeitig der ausdrückliche Wunsch an die Politiker, die gesundheitspolitische Diskussion auf wertvollere und relevantere Bereiche zu konzentrieren.
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